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Ernährungsbericht 2012
Senioren sind zu dick, Kinder werden dünner
Diese Folgen hat Übergewicht
Diese Folgen hat Übergewicht FOTO: TK
Berlin. Viele ältere Menschen wiegen zu viel - das hat der Ernährungsbericht 2012 ergeben. Kinder haben hingegen seltener Übergewicht. Außerdem gibt es in Deutschland einen Trend zu mehr Gemüse.

Übergewicht ist bei Kindern leicht zurückgegangen, viele Senioren dagegen kämpfen mit den Kilos: Das geht aus dem Ernährungsbericht 2012 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hervor.

Bei Kindern im Vorschulalter in fast allen Bundesländern sei laut der Studie das Übergewicht um bis zu drei Prozent und die noch schlimmere Fettleibigkeit (Adipositas) um bis zu 1,8 Prozent zurückgegangen. "Ein positives Signal, aber ob dieser Trend sich bestätigt, muss sich erst noch zeigen", sagte Ministerin Ilse Aigner (CSU) der "Bild"-Zeitung.

Etwa 60 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen in Deutschland sind zu dick. Vor allem Senioren haben laut dem Bericht Probleme mit Übergewicht: So hätten 74 Prozent der Männer und 63 Prozent der Frauen zwischen 70 und 74 Jahren zu viel Gewicht, was auch auf Bewegungsmangel zurückzuführen sei.

Aigner zeigte sich laut der Pressemitteilung ihres Ministeriums besorgt, dass der Anteil übergewichtiger Menschen auf hohem Niveau stagniere. Die DGE erstellt den Bericht alle vier Jahre im Auftrag der Bundesregierung.

3 Millionen Todesfälle durch Übergewicht

In einer anderen, internationalen Studie mit dem Titel "Global Burden of Disease Study 2010 (GBDS 2010)", die am Donnerstag in London veröffentlicht worden war, hieß es, dass in den vergangenen zehn Jahren Fettleibigkeit zum großen Problem geworden sei. Lag diese 1990 noch auf Platz 10 der größten Gesundheitsrisiken, ist sie nun auf Platz 6 in der Welt. Mehr als 3 Millionen Todesfälle seien 2010 auf einen zu hohen Body-Maß-Index zurückzuführen gewesen. Daten aus 187 Länder wurden ausgewertet.

Nach Angaben des deutschen Ernährungsberichts isst jeder Mann im Durchschnitt pro Woche etwa ein Kilogramm Fleisch und Wurst, empfohlen werden 300 bis 600 Gramm. Allerdings werden nach Angaben des Berichts auch mehr Fisch und Gemüse verspeist: So seien im vergangenen Jahr pro Kopf etwa 25 Kilogramm Gemüse wie Tomaten, Kohl, Rüben, Gurken und Hülsenfrüchte verzehrt worden. Zwischen den Jahren 2000 und 2011 sei der Konsum von Gemüse jährlich pro Kopf um durchschnittlich 1,1 Kilogramm gestiegen. Im Jahr 2010 hat jeder Deutsche nach Auskunft des Ministeriums etwa 16 Kilogramm Fisch verzehrt.

Druck auf Lebensmittelhersteller

Unterdessen macht die Europäische Union (EU) beim Thema Essen und Gesundheit weiter Druck auf die Hersteller: Lebensmittel dürfen nämlich von diesem Freitag an nur noch eingeschränkt mit Gesundheitsbotschaften beworben werden. Eine EU-Richtlinie verbietet es Nahrungsmittel-Konzernen, sogenannte Health Claims auf die Verpackungen zu drucken, wenn die Behauptungen nicht wissenschaftlich belegt und von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit genehmigt sind.

Beispielsweise darf laut Anne Markwardt von der Lebensmittelorganisation Foodwatch nicht mehr behauptet werden, dass probiotische Joghurts die Abwehrkräfte so stärken, dass sie vor Erkältung schützen.

Quelle: dpa/anch/csr
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