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Studie
So gefährlich ist der Spülschwamm

Laborbilder: So verkeimt sind Handyoberflächen
Laborbilder: So verkeimt sind Handyoberflächen FOTO: University of Surrey
Düsseldorf. Deutsche Forscher haben untersucht, welche Keime in Spülschwämmen sitzen. Das Ergebnis: So kontaminiert sind sonst nur Fäkalien.  Von Susanne Hamann

Bis zu 54 Milliarden Bakterien pro Kubikzentimeter sitzen in einem herkömmlichen, benutzten Spülschwamm. Diese gehören 362 verschiedenen Bakterienarten an. Das fanden Wissenschaftler der Hochschule Furtwangen in Baden-Württemberg heraus. Eine solche Menge findet sich sonst nur in menschlichen Stuhlproben. 

Damit nicht genug, die Bakterien, die sich in den Schwämmen einnisten, sind oftmals gesundheitsschädlich und können bei Menschen mit schwachem Immunsystem Infektionen etwa mit Salmonellen auslösen. 

Die dritte erschreckende Erkenntnis der Untersuchung: Egal, wie sehr man den Küchenschwamm reinigt - durch Abkochen, Reinigen in der Waschmaschine oder Erhitzen in der Mikrowelle -  mehr als 60 Prozent der Keime sind nicht aus dem Küchenutensil herauszubekommen. 

Durch das regelmäßige Reinigen könnten laut Untersuchung sogar Resistenzen bei den überlebenden Keimen entstehen. Diese Bakterien könnten dann für den Menschen besonders gefährlich sein. 

Auch viele Deutsche haben die Angewohnheit, Spülschwämme in der Waschmaschine zu reinigen, wenn sie beginnen zu riechen - und sorgen so dafür, dass sie mit der Zeit ähnliche viele Keime in sich tragen wie eine Toilettenschüssel.

Deshalb empfehlen die Wissenschaftler, Küchenschwämme einmal pro Woche zu wechseln. Wichtig sei das vor allem dann, wenn eine oder mehrere Personen im Haushalt krank sind. Denn durch die Spülschwämme könnten sie zusätzlich mit Krankheitserregern in Kontakt kommen. 

 
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