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Künast wirbt für "neue Ernährungs-Bewegung" in Deutschland
Studie: Jedes fünfte Kind ist zu dick

Künast wirbt für "neue Ernährungs-Bewegung" in Deutschland: Studie: Jedes fünfte Kind ist zu dick
Fast Food täuscht einen geringeren Kaloriengehalt vor. FOTO: RPO
Berlin (rpo). Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden laut Bundesverbraucherministerin Renate Künast an Fettleibigkeit. Die Grünenpolitikerin dringt auf eine "neue Ernährungsbewegung" in Deutschland. Eine britische Studie warne bereits davor, dass die heutige junge Generation als erste vor ihren Eltern sterben werde.

In dem Zusammenhang verwies Künast in einer Regierungserklärung am Donnerstag vor dem Bundestag in Berlin auf den Fall eines dreijährigen Mädchens, das in Folge von Übergewicht an einem Herzinfarkt gestorben war.

Übergewicht und seine Folgen seien ein "ständig wachsendes" Problem mit dramatischen Auswirkungen, betonte die Ministerin. Schätzungen zufolge sei bereits ein Sechstel der Weltbevölkerung übergewichtig. In den USA beliefen sich die Behandlungskosten für Übergewichtige auf rund 117 Milliarden Dollar pro Jahr. In Westeuropa würden schätzungsweise 200 000 Menschen jährlich an den Folgen der Fettleibigikeit sterben, und in Deutschland seien nach neuen Erhebungen zwei Drittel der männlichen und gut die Hälfte der weiblichen Bevölkerung leicht bis stark übergewichtig.

Diese Zahlen seien alarmierend, fügte Künast hinzu. Mindestens ein Drittel der gesamten Gesundheitskosten würden durch Krankheiten verursacht, die durch Fehlernährung, Bewegungsmangel und erhebliches Übergewicht beeinflusst werden. Wenn dies nicht geändert werde, seien die Kosten für das Gesundheitswesen nicht "im Rahmen" zu halten. Besonders betroffen sind der Ministerin zufolge Kinder aus sozial schwachen und Migrantenfamilien. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen Armut, Herkunft, Bildung und Übergewicht, unterstrich Künast. Eine gute Ernährung entscheide aber auch über die Chancen der Kinder in ihrem weiteren Leben und sei daher auch eine Frage der Gerechtigkeit.

Angesichts des in den vergangenen Jahrzehnten veränderten Lebensstils und Lebensmittelangebots sei für die notwendige Änderung der Ernährungsgewohnheiten ein breites gesellschaftliches Bündnis erforderlich, mahnte die Grünen-Politikerin. Prävention sei das "Gebot der Stunde", bei dem etwa Eltern, Schule und öffentliche Hand gefordert seien. So müssten fundierte Kenntnisse über Nahrung und Gesundheit zum bildungspolitischen Standard werden, damit Kinder wüssten, "wie sie ihr eigenes körperliches Wohlbefinden organisierenÖ" können. Notwendig seien auch strengere Regeln bei der Werbung für so genannte Kinderlebensmittel, die zumeist Süßigkeiten mit zuviel Fett und zuviel Zucker seien.

 
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