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Atemwegserkrankung
Erste Patienten in Südkorea an Mers-Virus gestorben

Die wichtigsten Fakten zu MERS
Die wichtigsten Fakten zu MERS FOTO: American_thoracic Society
Seoul. Die Lungenkrankheit Mers hat in Südkorea erste Todesopfer gefordert. Die Krankheit ist üblicherweise auf Saudi-Arabien beschränkt. Ein Nahost-Reisender hatte das Virus ins Land geschleppt.

In Südkorea sind die ersten beiden Menschen an der gefährlichen Atemwegserkrankung Mers gestorben. Bei den Toten handelte es sich um eine 58-jährige Frau und einen 71-jährigen Mann, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Das asiatische Land kämpft seit mehreren Wochen mit der Verbreitung des Erregers, an dem im Nahen Osten Hunderte Menschen gestorben sind. Ein Südkoreaner hatte das Virus nach einer Nahost-Reise ins Land gebracht.

Seit dem ersten bestätigten Mers-Fall im Mai erhöhte sich die Zahl der Infizierten in Südkorea auf 24. Die Erkrankten hatten mit dem Patienten Kontakt, der sich offenbar während einer Reise nach Saudi-Arabien und in andere Länder des Nahen Osten mit dem Erreger infiziert hatte. Bei ihnen handelt es sich um medizinisches Personal, das ihn behandelte sowie Familienangehörige und Menschen, die sich in seiner Nähe aufhielten. Insgesamt stellten die Behörden 680 Menschen unter Quarantäne.

Tests bei der 58-Jährigen, die am Montag wegen akuten Atemversagens starb, wiesen das Virus nach, wie das Gesundheitsministerium erklärte. Der 71-Jährige war bereits vergangene Woche positiv auf den Erreger getestet worden. Auch er sei nun gestorben, hieß es. Beide wurden den Angaben zufolge im selben Krankenhaus behandelt wie der erste Mers-Patient. Über dessen Zustand wurde am Dienstag nichts bekannt.

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Auch China behandelt einen Mers-Kranken aus Südkorea, der vergangene Woche in das Land gereist war und dort nun auf der Isolierstation eines Krankenhauses liegt. Er ist der Sohn eines der südkoreanischen Mers-Patienten. Die chinesischen Behörden legten ihn in eine Isolierstation. Zudem wurden in Hongkong bereits am Sonntag 18 Menschen unter Quarantäne gestellt, die mit ihm in eine Flugzeug gesessen hatten. Sie zeigten aber bislang keine Symptome, hieß es.

Mers überträgt sich unter anderem über Körperflüssigkeiten und Tröpfchen. Das Virus wurde 2012 entdeckt und kommt vor allem in Nahost vor, vornehmlich in Saudi-Arabien. Es gehört wie der Sars-Erreger zur Familie der Coronaviren. Symptome sind Fieber, Atemprobleme, Lungenentzündung und Nierenversagen.

Weltweit gab es bisher 1167 Krankheitsfälle, nach Zahlen des Europäischen Zentrums für Seuchenprävention starben 479 Patienten an Mers. Die Lungenkrankheit Sars war 2002 in China ausgebrochen.

(ap)
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