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Alternative
Unsichtbare Zahnspange - Abschied vom "Metall-Lächeln"

Alternative: Unsichtbare Zahnspange - Abschied vom "Metall-Lächeln"
Vor allem für Erwachsene gedacht - sichtbare Zahnspangen stören oft im Beruf. Vor dem Einbau einer unsichtbaren Spange sind ausführliche Beratungen mit Zahnarzt und Kieferorthopäden notwendig. FOTO: prodente, gms
Berlin/Hamburg (rpo). Auf lange Sicht ist eine Zahnspange ein Segen. Die Zeit, in der sich das Metallgestell im Mund befindet, kann für Teenager allerdings zum Albtraum werden. Doch es gibt inzwischen Möglichkeiten, sich vom "Metall-Lächeln" zu verabschieden.

Was nützt der freundliche Gesichtsausdruck, wenn unter jedem noch so zaghaften Lächeln verkettete Metallteile hervorblinken? Schließlich ist ein gepflegtes Lächeln heutzutage ein wichtiges Aushängeschild. Daher weckt bei vielen Menschen die unsichtbare Zahnspange große Hoffnungen.

Eine derzeit populäre Methode ist die so genannte linguale Zahnspange, die auf der Innenseite der Zähne angebracht wird. "Damit bietet sie all denjenigen eine Korrekturmöglichkeit der Zahnstellung, für die eine außen angebrachte feste Zahnspange nicht akzeptabel ist", sagt Prof. Paul-G. Jost-Brinkmann, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Linguale Orthodontie (DGLO) aus Berlin.

Korrektur extremer Bisslagen

Gegenüber herkömmlichen kieferorthopädischen Behandlungsmethoden wie festen Metallbrackets oder herausnehmbaren Spangen hat die linguale Methode einige Vorteile. Abgesehen vom optischen Gewinn können auch extreme Bisslagen wie etwa ein starker Überbiss korrigiert werden, erläutert Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer in Berlin.

Linguale müssen zwar nicht länger getragen werden als andere Spangen. Allerdings könne eine linguale Spange nur bei Patienten angebracht werden, deren Zähne so lang sind, dass die Zahninnenseite genügend Fläche zum Aufkleben der verfeinerten Brackets bietet.

Mit der lingualen Methode ist nicht nur jede Art von Zahnverschiebung möglich. Arzt und Patient können Erfolge in der Behandlung auch besser beurteilen, da die Zähne nicht von äußeren Brackets verdeckt sind, sagt Prof. Dietmar Segner, DGLO-Vorsitzender.

Teure Alternative

Da für jeden einzelnen Zahn ein Bracket angefertigt wird, ist die linguale Spange teuer. Labor- und Behandlungskosten müssen überwiegend privat finanziert werden. "Bei Jugendlichen wird die linguale Spange von den Krankenkassen als überflüssiger Luxus angesehen und nicht bezahlt", sagt Jost-Brinkmann.

Axel Wunsch, Pressesprecher der Barmer Ersatzkasse, erklärt hingegen, dass lediglich der über eine klassische Behandlungsmethode hinausgehende Betrag privat gezahlt werden müsse. Ist die Lingualtechnik aber medizinisch begründet, werde sie von der Kasse gezahlt. Vor Behandlungsbeginn sollte der Patient sich also bei seiner Krankenkasse nach einer Kostenübernahme erkundigen.

Die Attraktivität der unsichtbaren Spange schmälert nicht nur ihr Preis: "Man spricht meist etwas kloßiger", erklärt Oesterreich. Das gehe nach einiger Zeit aber zurück. Außerdem könnten die scharfen Metallteile der Spange Irritationen an der Zunge auslösen. Und nicht zuletzt muss die Mundhygiene besonders sorgfältig ausfallen.

Deshalb hat die Kieferorthopädie laut Segner "Invisalign", eine herausnehmbare, durchsichtige Kunststoffschiene ohne scharfe Metallteile, entwickelt. Alle zwei bis drei Wochen werden die Schienen der Gebissform neu angepasst.

Zum Zähneputzen kann sie herausgenommen werden. Allerdings lassen sich mit der Schiene nur leichte Fehlstellungen korrigieren. Die Kassen zahlen für die Methode in aller Regel nicht.

(gms)
 
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