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Pflaster der Zukunft
Wie ein Algen-Gel auch schwere Blutungen stoppen kann

Wie schwere Blutungen schnell durch Algen-Pflaster gestoppt werden
FOTO: Malota/ Shutterstock.com
Düsseldorf/ New York. Einem 17-Jährigen gelang, woran Forscher schon seit Jahrzehnten arbeiten: Ein Pflaster zu entwickeln, dass auch schwere Blutungen sofort stoppt. Das aus Algen bestehende Gel ist so erfolgsversprechend, dass es in den USA nun für die Tiermedizin zugelassen wurde. Von Susanne Hamann

Dass sich eine große Wunde schnell schließt ist gleichermaßen schwierig wie überlebenswichtig für den Patienten. Vor allem bei Unfällen auf der Straße ist das jedoch oft schwierig. Während eine Wunde im OP abgeklemmt oder mit einem speziellen Kleber verschlossen werden kann, können Sanitäter nur Druck auf die Gefäße geben, um eine Blutung zu stoppen.

In absehbarer Zukunft könnte so ein Szenario jedoch ganz anders ablaufen. In den USA hat ein junger Biochemiker eine Substanz entwickelt, die auch große offene Stellen im Körper binnen weniger Sekunden verschließt.

Das Gel besteht aus einer Algensubstanz, die ein Netz über der Haut spannt und somit Wundheilgewebe simuliert. "Vetigel", wie das Pflaster heißt, wirkt dabei wie das extrazelluläre Gewebe in der Haut (Fibrin), dass sie zusammenhält und für die Blutgerinnung sorgt. Wird das Gel in die betroffene Region gespritzt, passiert der Prozess sichtbar innerhalb weniger Minuten - und die Blutung wird gestoppt.

Weil Blutverlust schon ab einem halben Liter für den Menschen gefährlich wird, könnte das Algen-Pflaster in Zukunft viele Leben retten. In den USA ist es aufgrund seiner Wirkung nun zugelassen worden, allerdings zunächst nur für die Tiermedizin.
 

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