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Zika-Virus
Behörden raten zu Kondomen

Zika-Virus: Behörden raten zu Kondomen
Eine Übertragung des Zika-Virus durch Geschlechtsverkehr kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden. FOTO: afp
Washington. Die Zahl der Zika-Verdachtsfälle zeigt, dass eine Übertragung durch sexuelle Kontakte häufiger sein könnte als bislang gedacht. Das teilte die US-Gesundheitsbehörde mit.

Die US-Behörden prüfen 14 neue Zika-Fälle bei Frauen, in denen das vor allem für Schwangere gefährliche Virus durch Sexualkontakte übertragen sein worden könnte. Mehrere der Betroffenen seien schwanger, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit.

Daher erneuerte die Behörde am Dienstag ihren Aufruf an in Zika-Infektionsgebiete reisende oder dort lebende Bürger zum Gebrauch von Kondomen oder zum vollständigen Verzicht auf Geschlechtsverkehr.

In zwei Fällen wurde das Virus bei Frauen bestätigt, die nicht selber in von der Epidemie betroffene Länder gereist waren. Ihre männlichen Partner dagegen waren zuvor in solchen Gegenden gewesen, wie es in dem CDC-Bericht heißt. Die Männer würden derzeit auf Zika getestet.

Bei vier weiteren Frauen müssen die Ergebnisse aus Vortests noch bestätigt werden, bei acht Frauen laufen die Untersuchungen derzeit. In allen Fällen seien es die Männer gewesen, die auf Reisen gegangen seien und zwei Wochen vor ihren Partnerinnen Symptome der Krankheit gezeigt hätten, erklärte die US-Behörde.

Anfang Februar hatten die Behörden im US-Bundesstaat Texas erstmals einen Fall bestätigt, bei dem das Zika-Virus durch Sexualkontakte weitergegeben wurde. Hauptübertragungsweg ist jedoch der Stich durch eine infizierte Mücke.

Das von der Gelbfiebermücke übertragene Virus grassiert derzeit in Süd- und Mittelamerika. Brasilien ist besonders von der Epidemie betroffen: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt. Nach Angaben der Behörden sind seit Oktober über 4100 Babys mit Verdacht auf Mikrozephalie auf die Welt gekommen. Nach jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums wurden inzwischen 583 Fälle bestätigt.

Der Kopf der betroffenen Kinder ist deutlich zu klein und die Gefahr groß, dass dies zu dauerhaften Behinderungen führt. Ob es wirklich einen Zusammenhang zwischen dem Virus und der Mikrozephalie gibt, ist bislang nicht wissenschaftlich erwiesen. Experten forschen hierzu, ihre Ergebnisse dürften in einigen Wochen vorliegen.

WHO-Chefin Margaret Chan betonte am Dienstag nach einem Treffen mit Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und mehreren Ministern, wie schwierig der Kampf gegen das Virus sei. "Wir sollten uns darauf einstellen, dass dies eine lange Reise wird", sagte sie in der Hauptstadt Brasília.

Zugleich gab sich Chan zuversichtlich, dass die Olympischen Spiele in Rio im Sommer sowohl für Besucher als auch Teilnehmer und Athleten sicher seien. Sie gehe davon aus, dass die Regierung für "maximalen Schutz" sorgen werde, sagte die WHO-Chefin. Sie lobte die Bemühungen Brasiliens bei der Ausrottung der Mücken und ihre Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen.

Wegen der Zika-Epidemie rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 1. Februar einen "weltweiten Gesundheitsnotstand" aus.

(AFP)
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