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Universitätsklinik
Erster Zika-Patient in Düsseldorf

Hintergrund: Die wichtigsten Fakten zum Zika-Virus
Hintergrund: Die wichtigsten Fakten zum Zika-Virus
Düsseldorf. Die Ärzte im Universitätsklinikum Düsseldorf haben erstmals einen Patient behandelt, der sich bei einem Besuch in Venezuela mit dem Zika-Virus angesteckt hat. Der Verdacht habe sich nach einer Blutuntersuchung bestätigt, meldet die Klinik. Möglicherweise könnte auch eine Frau betroffen sei.

Der infizierte Mann hatte sich in der vergangenen Woche unmittelbar nach seinem Aufenthalt in Venezuela mit den Symptomen der Erkrankung – Fieber, Ausschlag und Bindehautentzündung – in der tropenmedizinischen Ambulanz des Leber- und Infektionszentrums vorgestellt, berichtet die Uniklinik. 

"Ein stationärer Aufenthalt ist aber nicht nötig gewesen", sagt sein behandelnder Arzt, Professor Dieter Häussinger, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Uniklinikum Düsseldorf. "Die Krankheit verläuft in den allermeisten sehr mild, ähnlich wie eine leichte Grippe, entsprechend mussten wir dem Patienten auch keine Medikamente verschreiben." 

Der Patient war nach seiner Venezuelareise auf Verdacht in die Ambulanz gekommen, um seine Symptome abklären zu lassen. Eine Blutuntersuchung im Tropeninstitut in Hamburg hat die Verdachtsdiagnose der Düsseldorfer Ärzte bestätigt. "Die Infektion war aber schon nach wenigen Tagen abgeklungen", so der Experte. Eine Gefahr für Kontaktpersonen mit dem Zika-Patienten besteht nicht. Die Krankheit wird fast ausschließlich von Mücken übertragen, und in Einzelfällen auch durch sexuellen Kontakt. 

Diese Möglichkeit hält Häussinger für den Düsseldorfer Patienten jedoch für höchstunwahrscheinlich, "weil die Viren, wenn einige Zeit vergangen ist und sich sonst im Körper überall Antikörper gebildet haben, auch nicht mehr in Körperflüssigkeiten vorkommt." 

Ein Einzelfall in NRW wird der aktuelle Zika-Patient vermutlich aber trotzdem nicht bleiben. Derzeit wartet das Düsseldorfer Uniklinikum auf die Blutergebnisse eines weiteren Patienten, der möglicherweise an Zika erkrankt sein könnte. "In der nächsten Zeit werden wir sicherlich noch mehr Fälle bekommen, denn Reisende bringen das Virus aus anderen Ländern mit", sagt Professor Häussinger. "Man muss sich aber auch klar machen, dass es keine schwere Erkrankung ist und viele der Erkrankten keine Symptome ausbilden."

Der Erreger steht im Verdacht, durch Infektion von Schwangeren bei Babys Missbildungen zu verursachen. Inzwischen ist der Erreger in mehr als zwei Dutzend Staaten aufgetaucht; besonders betroffen ist Lateinamerika. In Deutschland wurden mindestens sechs Fälle festgestellt. Beispielsweise ist in Osnabrück bei einer Frau das Zika-Virus nachgewiesen worden. Die Frau habe sich in Haiti infiziert, hieß es.

In den USA infizierte sich zum ersten Mal ein Mensch beim Sex mit dem vor allem in Latein- und Südamerika grassierenden Erreger, wie die Gesundheitsbehörde im texanischen Dallas am Dienstag mitteilte. 

(irz / ham)
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