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Landesgesundheitsbericht für NRW
Männer holen bei Lebenserwartung auf

NRW: Männer holen bei Lebenserwartung auf
Da geht noch was: Männer in NRW werden im Schnitt 77,5 Jahre alt. FOTO: Shutterstock.com/ PathDoc
Berlin. Die Lebenserwartung der Menschen in Nordrhein-Westfalen steigt. Frauen leben im Schnitt fünf Jahre länger als Männer, wie aus dem neuen Landesgesundheitsbericht hervorgeht. Auffällig bleiben jedoch die sozialen Unterschiede.

Für den Bericht wurde eine Fülle von Statistiken unter anderem von Land und Bund, aus dem Krebsregister, von den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe und der Rentenversicherung ausgewertet. Eine Zusammenfassung: 

DIE LEBENSERWARTUNG von Frauen liegt bei 82,3 Jahren, bei Männern sind es 77,5 Jahre. Allerdings verringert sich der Abstand zwischen den Geschlechtern: Bei den Frauen stieg in den letzten zehn Jahren die mittlere Lebenserwartung um gut ein Jahr, bei Männern sogar um gut zwei Jahre.

Männer und Frauen leiden häufiger an PSYCHISCHEN ERKRANKUNGEN:
Frauen quälen vor allem Angststörungen oder Depressionen. Bei Männern ist es die Abhängigkeit vom Alkohol, die ebenfalls zu psychischen Erkrankungen zählt. Aber auch bei dem vermeintlich starken Geschlecht werden immer häufiger Angststörungen und Depressionen festgestellt. Seit 2007 haben die Fälle vorzeitigen Renteneintritts wegen psychischer Erkrankungen deutlich zugenommen.

CHRONISCHE KRANKHEITEN schränken vor allem ältere Menschen in ihrem Alltag ein: Schmerzen oder Bewegungsstörungen sowie nachlassende Hör- und Sehkraft begrenzen die sozialen Kontakte und Aktivitäten. Unter den ab 65-jährigen Menschen gibt etwa jeder zweite an, dauerhaft im Alltag eingeschränkt zu sein.

RÜCKENSCHMERZEN sind die häufigste Schmerzerkrankung im Erwachsenenalter. 2012 gab es in NRW knapp vier Millionen Behandlungsfälle. 25 Prozent der Frauen und 19 Prozent der Männer waren deshalb beim Arzt.

DEMENZERKRANKUNGEN haben in den vergangenen Jahren nicht zugenommen. Unter den 85-Jährigen sind 70 bis 75 Prozent nicht betroffen. Wenn aber die bevölkerungsreichen Babyboomer-Jahrgänge in den kommenden Jahren das Rentenalter erreichen, werden absehbar deutlich mehr Demenzkranke zu versorgen sein, sagen die Experten.

HERZ-KREISLAUF-ERKRANKUNGEN und KREBS sind mit Abstand die häufigsten Todesursachen. 2012 machten sie zusammen 64,3 Prozent aller Todesfälle in NRW aus.

SOZIALE FAKTOREN beeinflussen auch die Gesundheit. In Kreisen und Städten mit einer niedrigen Arbeitslosenquote ist die Lebenserwartung deutlich höher. In Kernstädten des Ruhrgebiets etwa ist die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern und Frauen mehrere Jahre geringer als etwa in Münster, Bonn oder Paderborn.

WENIGER ZIGARETTEN wirken sich positiv auf die Gesundheit aus - und die Zahl der Raucher ist in Nordrhein-Westfalen deutlich zurückgegangen. 2013 rauchten 21 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen. Im Jahr 2000 waren es noch 35 Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen. Auch Jugendliche qualmen deutlich weniger.

(lnw)
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