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Gelbsucht kann Leberkrebs auslösen
WHO mahnt zur Hepatitis B-Impfung für Neugeborene weltweit

Welt-Hepatitis-Tag 2017: WHO empfiehlt Hepatitis B-Impfung für Neugeborene
Der Leiter des Hepatitis-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Marc Bulterys, hält eine Karte zur Hepatitis B-Verbreitung in den Händen. FOTO: dpa, mt
Genf. Weltweit sind Millionen Menschen mit der Leberentzündung Hepatitis B infiziert. Auch Gelbsucht genannt, kann diese zu Leberkrebs und einem frühen Tod führen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt nun, schon Neugeborene zu impfen.

Auch in den wohlhabenderen Ländern steige die Zahl der Fälle, etwa durch Migration, sagte Marc Bulterys, Teamleiter des WHO-Hepatitis-Programms, anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages an diesem Freitag (28. Juli) in Genf. Die WHO drängt daher darauf, in allen Ländern der Welt schon Neugeborene gegen die Leberentzündung vom Typ B zu impfen.

Die WHO sieht gute Fortschritte, neue Infektionen bis 2030 um 90 Prozent und die Zahl der Todesfälle um 65 Prozent zu reduzieren. In Deutschland ist die Hepatitis-B-Impfung nach Angaben des Robert Koch-Instituts Bestandteil des Impfprogramms für Säuglinge und Kleinkinder und wird im Alter von zwei Monaten empfohlen. Nur Babys von Müttern mit chronischer Hepatitis B oder unbekanntem Hepatitis-B-Status sollen direkt nach der Geburt geimpft werden.

Zahl der Todesfälle vergleichbar mit Tuberkulose

Weltweit waren 2015 nach WHO-Schätzungen 71 Millionen Menschen mit Hepatitis C und 257 Millionen mit Hepatitis B infiziert, den beiden bedeutendsten der fünf Hepatitis-Typen. 1,3 Millionen Menschen starben durch die Infektionen, etwa so viele, wie durch Tuberkulose umkamen.

Weniger als zehn Prozent der Infizierten wüssten aber überhaupt von ihrer Krankheit. Die WHO empfiehlt deshalb stärkere Routine-Diagnoseprogramme. "Es gibt keinen Grund, warum Millionen von Menschen noch nicht getestet sind und deshalb die Medikamente nicht bekommen, die sie so dringend benötigen", sagte der Direktor der für HIV und Hepatitis zuständigen Abteilung, Gottfried Hirnschall.

Rund 70 Prozent der Hepatitis-Kranken leben nach WHO-Angaben in 28 Ländern, darunter China, Indien, Südafrika und Brasilien. 89 Prozent der Länder hätten den Kampf gegen die Hepatitis inzwischen zur Priorität gemacht. 30 Prozent der Infektionen passieren durch falschen Spritzengebrauch.

Preis für Medikamente gesunken

Gegen Hepatitis C gebe es seit vier Jahren gute Medikamente, die 95 Prozent der Patienten mit einer Dreimonatsbehandlung heilen können. Der Preis dafür sei drastisch auf inzwischen rund 230 Euro gesunken. Nur sieben Prozent der Infizierten wurden 2015 aber behandelt. Die WHO rechnet mit der Zulassung mehrerer weitere Medikamente in naher Zukunft.

Bei Hepatitis B brauchten Patienten lebenslang Medikamente, die teils aber nur noch rund 40 Euro für ein Jahr kosteten.

(sbl/dpa)
 
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