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Crystal Meth, Ritalin & Co
Die gefährlichen Drogen der Workaholics

Das sind die gefährlichsten Drogen der Welt
Das sind die gefährlichsten Drogen der Welt FOTO: dpa, David Ebener
Düsseldorf. Höchstens fünf Stunden Schlaf, jeden Tag auf einem Top-Niveau arbeiten und bloß keine Fehler machen - in bestimmten Berufen sind die Anforderungen extrem hoch. Dazu gehören etwa Manager, Unternehmensberater, aber auch Stars, Ärzte und zunehmend Studenten. Immer mehr greifen deshalb mit der Zeit zu künstlichen Aufputschmitteln.

Wer viel leistet, muss eigentlich auch regelmäßig ruhen, und Kraft tanken. Doch in immer mehr Berufen wird das zunehmend schwierig. Globalisiserung und neue Technologien machen den Arbeitsalltag extrem schnelllebig. Hinzu kommt ein immer größeres Arbeitspensum.

Anfangs lassen sich 80-Stunden-Wochen noch durch Fleiß und Motivation kompensieren. Mit der Zeit brennt der Mangel an Erholung Körper und Geist jedoch aus. Die Folge sind Gereiztheit, Konzentrationsschwäche, Angstzustände und Schlafstörungen.

Doch die Angst nicht die nötige Leistung zu erbringen oder gar den Job zu verlieren, treibt viele an diesem Punkt nicht etwa in den Urlaub, sondern in die stete Verausgabung. Um weiter durchzuhalten, greifen viele dann zu einer Notlösung: Gehirn-Doping.

In Deutschland nehmen etwa zwei Millionen Erwerbstätige regelmäßig Drogen oder Medikamenten ohne tatsächliche Erkrankung. Ziel ist es vielmehr die tägliche Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit zu steigern, dass ergab eine Umfrage der DAK bereits 2009. Eine Übersicht über die gängigsten Mittel: 

Antidepressiva: Medikamente wie Fluoxetin und Citalopram wirken stimmungsaufhellend. Sie regen die Bildung des Glückshormons Serotonin an und machen durch die die bessere Stimmung  leistungsfähiger. Allerdings kann das Mittel fatale Nebenwirkungen haben: Nach dem Höhenrausch kommt der Sturzflug, dazu können auch Selbstmordgedanken zählen.

Antidementiva: Wie der Begriff bereits andeutet, werden Antidementiva zur Verbesserung der Gehrinleistung bei Demenz-Patienten eingesetzt. Bei gesunden Menschen verbessern Mittel wie Domepezil die Merk- und Lernfähigkeit. Zu den Nebenwirkungen gehören unter anderem verschiedene Störungen des Magen-Darm-Traktes 

Fotos: Was Crystal Meth aus Menschen macht FOTO: Multnomah County Sheriff's Office

Betablocker: Eigentlich werden Betablocker wie Metoprolol bei Patienten mit Bluthochdruck eingesetzt. Sie wirken beruhigend, indem sie die Wirkung des Stresshormons Adrenalin hemmen. Gesunde Menschen setzen das Präparat ein, um Prüfungsangst zu lindern.

Crystal Meth, Koks, Speed: Amphetamine erhöhen extrem die Leistung und das Selbstbewusstsein. Sie unterdrücken den Appetit und das Schlafbedürfnis. Im Falle von Crystal Meth wird auch eine Steigerung der Sexualität erreicht. Ähnlich wie bei Ritalin folgt auf das extreme Hoch im Anschluss aber auch ein extremes Tief. Vor allem Crystal Meth ist für seine verheerenden Folgen bekannt: Die Droge zerstört das Gehirn bereits bei der ersten Einnahme. Regelmäßige Konsumenten brennen innerhalb kürzester Zeit aus, entwickeln Hautentzündungen und Krankheiten im Mundraum. Außerdem kann es zu psychischen Effekten wie Psychosen und Selbstmordgedanken kommen. Sowohl Crystal Meth, als auch Kokain und Speed machen stark körperlich abhängig.

Methylphenidat: Das Medikament Ritalin gehört wohl zu den bekanntesten und umstrittensten Medikamenten. Es kommt vor allem bei Kindern mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom AD(H)S zum Einsatz. Sie sollen sich durch das Mittel besser konzentrieren können, und ruhiger werden. Doch Ritalin wirkt nicht nur bei ihnen. Liegt kein AD(H)S vor, wirkt das Mittel nicht beruhigend, sondern aufputschend, erheiternd und es hemmt den Appetit. Das steigert zunächst die Leistung, lässt die Wirkung des Medikaments jedoch nach, ist auch die psychische Talfahrt entsprechend intensiv. Es kommt zu depressiven Zuständen und Antriebsschwäche, die eine psychische Abhängigkeit von dem Medikament begünstigen. Zu den Nebenwirkungen können psychische Krankheiten und Herzrythmusstörungen gehören.

Modafinil: Dient zur Therapie der Schlafkrankheit Narkolepsie, beziehungsweise gegen den Sekundenschlaf. Dieser Arzneistoff ist in Deutschland unter dem Namen Vigil bekannt und auch nur verschreibungspflichtig erhältlich. Weil es sich dabei um einen Wachmacher handelt, wird er beispielsweise auf Geschäftsreisen verwendet, um dem Jetlag entgegenzuwirken. Nebenwirkungen können Durchfall, Übelkeit und Depressionen sein.

Zwar sind alle genannten Medikamente in Deutschland verschreibungspflichtig, allerdings werden einige davon auch von vielen Allgemeinmedizinern verschrieben. Darunter fallen vor allem die sogenannten "Neuro-Enhancer", also Medikamente, die eigentlich gegen psychische Leiden gedacht sind, wie Ritalin oder auch Antidepressiva. 

Eine Arte-Dokumentation zum Thema Doping am Arbeitsplatz, finden Sie hier:

Teil1:

 

Teil 2:

(ham)
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