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Psychologie
Auf diese zwei Fragen kommt es beim ersten Eindruck an

Der erste Eindruck zählt: Zwei Fragen sind dabei wichtig
FOTO: auremar/ Shutterstock.com
Düsseldorf. Der erste Eindruck zählt - das ist längst kein Geheimnis mehr. Wissenschaftler versuchen entsprechend zu entschlüsseln, welche Faktoren für diesen Moment eigentlich entscheidend sind. Harvard-Psychologin Amy Cuddy war erfolgreich, und hat die Formel für den ersten Eindruck auf zwei Fragen heruntergebrochen.  Von Susanne Hamann

Wenn zwei Menschen zum ersten Mal aufeinander treffen, geht in Kopf und Körper ein regelrechtes Feuerwerk los. Ohne, dass die beiden Betroffenen es wirklich wahrnehmen, wird das Gegenüber analysiert, gescannt und eine Bewertung getroffen - und das innerhalb von Sekunden. 

Das Urteil, das während diesem ersten Eindruck intuitiv und instinktiv gefällt wird, bestimmt maßgeblich den Verlauf der weiteren Beziehung. Eben weil, der erste Eindruck so wichtig ist, versuchen nicht nur Bewerber herauszufinden, wie sie einen möglichst guten solchen beim ersten Gespräch hinterlassen können. Wissenschaftler rund um den Globus versuchen auch, die geheime Sprache des ersten Eindrucks zu decodieren: Was passiert in den ersten Sekunden einer Begegnung wirklich? Welche Komponenten zählen für den ersten Eindruck? Und warum setzt sich dieses Phänomen offensichtlich evolutionsbiologisch durch?

Antworten gibt nun die Harvard-Professorin Amy Cuddy. Als Sozialpsychologin studiert sie den zwischenmenschlichen Kontakt schon seit über 15 Jahren, und hat nun die beiden Fragen entdeckt, auf die es beim berühmten ersten Eindruck am meisten ankommen soll:

  • Können wir dieser Person vertrauen?
  • Und, können wir die Person respektieren?

Den besten Eindruck hinterlässt, wer zweimal ein positives Ergebnis auslösen kann. Wissenschaftler sprechen auch von den psychologischen Dimensionen Wärme und Kompetenz, die dem Gegenüber bei diesen beiden Fragen zugeschrieben werden.

Interessanterweise haben die beiden Fragen aber eine unterschiedliche Gewichtung. Ob man jemandem vertrauen kann, er also Wärme ausstrahlt, ist wichtiger, als seine Kompetenz. Cuddy erklärt das im "Independent" so: "Aus evolutionärer Sicht, ist es für unser Überleben wichtiger zu wissen, ob man jemandem vetrauen kann, oder nicht." Eine Begründung, die Sinn macht, wenn man bedenkt, dass es für den Steinzeitmenschen wohl wichtiger war, sicherzugehen, dass der Fremde ihn nicht umbringt oder sein Essen klaut, als die Frage, ob er in der Lage ist, eine gute Feuerstelle aufzubauen. 

Trotzdem wird die Wichtigkeit der beiden Dimensionen heute laut Cuddy häufig verwechselt. Viele Karrieremenschen glauben, dass sie etwa vor potenziellen Arbeitgebern besonders kompetent wirken müssen, und deshalb vergessen zu zeigen, dass sie auch vertrauenswürdig sind. Wer nie nach Hilfe fragt, soziale Veranstaltungen meidet und meist als unnahbar eingeschätzt wird - wie viele ehrgeizige Menschen - könnte unbewusst Probleme schaffen. Denn, "wenn jemand, den Sie versuchen zu beeinflussen, ihnen nicht vertraut, dann kommen Sie bei ihm auch nicht besonders weit. Tatsächlich kann man dadurch sogar Argwohn auslösen und den Eindruck, man wolle sein Gegenüber manipulieren", sagt Cuddy. 

Erst, wenn jemand für vertrauenswürdig befunden wurde, wird seine Kompetenz auch im rechten Licht wahrgenommen. 

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