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Grundschul-Studie
Je grüner die Umgebung, desto klüger die Kinder

Kinder: Grünflächen um Grundschulen verbessern die Leistungsfähigkeit
Natur rund um Grundschulen soll besonders förderlich für die geistige Entwicklung von Kindern sein. FOTO: Shutterstock.com/ sarah1810
Düsseldorf . Ist eine Grundschule von viel Grün umgeben, führt das dazu, dass die Kinder deutlich besser lernen können, als in einer Betonlandschaft. Das ist das Ergebnis einer aktuellen spanischen Studie. Wo ihre Wohnung liegt, hat angeblich jedoch keine Einflüsse. Von Susanne Hamann

Natur macht gesund. Dieses Motto findet man in Zusammenhang mit Kindern immer wieder. So sollten Stadtkinder etwa mehr im Matsch spielen, am besten sogar im Kuhstall, damit ihr Immunsystem gestärkt wird. Und dass Eltern es im Gefühl haben, dass eine grüne Umgebung für Kinder mehr Sinn macht, zeigt sich auch daran, dass viele dann in die wesentlich naturlastigeren Vorstädte ziehen.

Eben diese Intuition bestätigt jetzt eine spanische Studie aus den "Proceedings" der "US-Nationalen Akademie der Wissenschaften" ("PNAS"). Darin schreiben die Forscher um Payam Dadvand vom Forschungszentrum für Umweltepidemiologie (CREAL) in Barcelona, dass Grünflächen Grundschulkinder gleich auf mehrere Arten anregen:

  • sie regen zu Bewegung an
  • außerdem fördern sie die Neugierde und Kreativität von Kindern
  • außerdem sorgen die Grünflächen dafür, dass die verkehrsbedingte Luftverschmutzung sinkt

Um herauszufinden, wie der intensive Kontakt mit Pflanzen während der Schulzeit auf Kinder wirkt, haben die Wissenschaftler 2600 Kinder im Alter zwischen sieben und zehn Jahren auf ihre Aufmerksamkeit und Arbeitsspanne untersucht.

Um die Entwicklung der Kinder verfolgen zu können, testeten sie die Zweit- und Viertklässler in den folgenden Jahren alle drei Monate. Darüber hinaus hielten sie die Größe der Grünfläche rund um Schule und Wohnung fest, sowie die Abgasmengen in den Schulgebäuden.

Je mehr Grün, desto besser die Leistung

Bei allen Kindern steigerte sich die Leistungsfähigkeit um rund 20 Prozent. Doch umsomehr eine Schule von Grünflächen umgeben war, umso mehr steigerte sich auch ihr Arbeitsgedächtnis und ihre Aufmerksamkeitsspanne. Für die Wohnung fanden die Wissenschaftler allerdings keinen solchen Zusammenhang.

Den Grund sehen sie darin, dass die Grünflächen die Abgasbelastung in den Schulräumen deutlich senken. Zu dem Zusammenhang zwischen Konzentrationsfähigkeit bei Kindern und Abgasen gibt es auch bereits erste medizinische Untersuchungen.

Weniger Belastung in den Klassenräumen

Im Umkehrschluss wurde in der Studie auch tatsächlich die geringste Lernsteigerung bei Kindern verzeichnet, in deren Schulen eine hohe Innenraumbelastung durch Abgase registriert wurde. Darin sehen die Wissenschaftler einen der wichtigsten Gründe für den Effekt von Grünflächen.

Zudem könnten Grünflächen rund um die Schulgebäude die Lärmbelästigung während des Unterrichts senken und die Kinder zu mehr Bewegung in den Pausen anregen. Sowohl die körperliche Ausarbeitung, als auch der Kontakt mit verschiedenen Mikroorganismen steigere das Wohlbefinden und, so die Vermutung der Forscher, eventuell auch die geistige Leistungsfähigkeit der Kinder.

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