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Woran Sie erkennen, ob jemand auf WhatsApp lügt

Ratgeber: Zehn WhatsApp-Alternativen
Ratgeber: Zehn WhatsApp-Alternativen FOTO: dpa, abu htf
Düsseldorf. Nachrichtendienste wie WhatsApp sind fester Bestandteil der täglichen Kommunikation geworden. Doch woran erkennt man, ob jemand lügt, wenn man ihn nicht hört oder sieht? Eine Studie gibt Antworten.  Von Susanne Hamann

Der Gesichtsausdruck verrät viel über einen Menschen. Er zeigt seine Emotionen, kann aber auch Preis geben, ob er lügt. Die geschriebenen Texte transportieren hingegen nur den Inhalt. Untertöne können allenfalls erahnt werden. Kann man feststellen, ob in Textnachrichten gelogen wird.

Genau das wollten die Forscher der Cornell University in New York herausfinden und entwickelten dafür eine eigene App. Mit ihr sammelten sie innerhalb von sieben Tagen 1703 Konversationen und analysierten sie. Ihre Erkenntnis: 351 der Nachrichten enthielten mindestens eine Lüge.

Die Forscher untersuchten daraufhin die durchschnittliche Wortzahl der wahren und der gelogen Mitteilungen. Außerdem prüften sie das Absender-Geschlecht für jede Art von Nachricht. Sie untersuchten zudem, wie oft jemand Pronomen wie "Ich", "Du" oder "Sie" verwendete. Und wie häufig Phrasen wie "vermutlich, wahrscheinlich, sicherlich", genutzt wurden. 

Nachrichten, die Lügen enthalten sind länger

Der Hintergrund: Selbstorientierte Pronomen (zum Beispiel: ich) deuten oft auf Eigenverantwortung und allgemeine Verantwortung, während Pronomen, die auf andere bezogen sind (zum Beispiel: du), Distanz und mangelnde Verantwortlichkeit andeuten können.

Wie sich weiterhin zeigte, sind trügerische Nachrichten im Schnitt 8,2 Wörter länger als wahrheitsgetreue Nachrichten, die 7,4 Wörter enthalten. Dabei zeigten sich auch Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Frauen verwenden im Schnitt 8 Wörter in einer Textnachricht. Wenn sie lügen, erhöht sich die Wortzahl auf 9,2 oder mehr. Männer hingegen bleiben bei der gleichen Wortzahl. Ihr Durchschnitt liegt bei 7 Wörtern.

Weil dies nur ein kleiner Unterschied ist, untersuchten die Wissenschaftler also auch die Wortwahl. Wie sich zeigte, nutzen Lügner eher selbstorientierte Wörter. Die Ich-Form, wird also häufig genutzt. 

Vor allem Frauen setzen sie beim Flunkern gerne ein, und nutzen weniger Wörter wie "Du" oder "Sie". Männer benutzen "Ich" dagegen deutlich weniger, dafür aber mehr "Mein" und "Mich".

Beide Geschlechter nutzen beim Lügen vermehrt unverbindliche Phrasen. Männer am liebsten "sicherlich" oder "wahrscheinlich", Frauen am ehesten "versuchen". 

Bei Männern erkennt man eine Lüge eher seltener an der Länge der Nachricht und mehr an der Wortwahl. Laut den Wissenschaftlern liegt das daran, dass Männer einen kleineren Wortschatz zum Lügen einsetzen als Frauen. Wer sich beim Lügen meisten Mühe gibt, haben die Forscher allerdings nicht untersucht. 

 
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