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Igitt-Studie aus der Schweiz
Badespielzeuge sind voller Bakterien und Pilze

Quietscheentchen: Badespielzeuge sind voller Bakterien und Pilze
Kinder mögen Badespielzeug wie das Quietscheentchen. Forscher haben sich die Spielzeuge jetzt mal genauer angesehen. (Symbolfoto) FOTO: marc ingel
Genf. Sie versüßen Kindern das Baden, sind aber leider echte Keimschleudern: Badespielzeuge sind laut einer neuen Studie voller Bakterien und Pilze. Dies kann einerseits die Abwehrkräfte stärken – andererseits Krankheiten auslösen. 

Die Schweizer Regierung veröffentlichte unter dem Titel "Die hässlichen Bade-Entchen" die Studienergebnisse von Schweizer und US-Forschern, wonach sich in 80 Prozent der untersuchten Wasserpielzeuge potenziell krankheitserregende Bakterien fanden. In 60 Prozent der Spielzeuge lauerten diverse Pilze.

Die Forscher der ETH Zürich und der Universität von Illinois untersuchten das Innere von bereits benutzten Badespielzeugen sowie von neuen. Von den neuen Spielzeugen wurde eine Gruppe elf Wochen lang in sauberes Trinkwasser gelegt, die andere Gruppe in benutztes Badewasser, in dem Seifenreste, Schmutz, Schweiß und Bakterien des menschlichen Körpers schwammen.

Eine braune Flüssigkeit

Die Forscher schnitten alle Spielzeuge auf und untersuchten auf der Innenwand die dort angesiedelten Bakterien und Pilze. Das Ergebnis sei "nicht appetitlich", hieß es. Demnach befinden sich zwischen fünf Millionen und 75 Millionen Zellen pro Quadratzentimeter auf solchen Plastiktierchen.

"Wenn das Kind auf den Bauch (des Badetiers) drückt, um das Wasser herauszuspressen, kommt nicht selten eine braune Flüssigkeit heraus", beschreibt die Studie das Phänomen, das viele Eltern kennen. Dies könne die Immunabwehr stärken und sei dann eher positiv, sagte der Mikrobiologe Frederik Hammes. Aber es könne auch zu Augen- und Ohrenreizungen oder Magen-Darm-Problemen führen.

Strengere Vorschriften für Hersteller

Die Frage, ob das Quietscheentchen aus der Badewanne verbannt werden soll, wollen die Forscher allerdings nicht bejahen. Auch plädieren sie nicht dafür, die Löcher in den Gummitierchen zu stopfen. Vielmehr müsse es strengere Vorschriften für die Polymere geben, den weichen Kunststoff, aus dem die Badespielzeuge hergestellt sind. Denn die Tiere selbst stellten eine Nährstoffquelle für die Bakterien dar, weil sie oft aus minderwertigen Polymeren hergestellt seien.

(AFP)
 
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