| 16.28 Uhr

Bundesinstitut für Risikobewartung
Keine Gefahr durch Glyphosat in Muttermilch

Doch keine Gefahr durch Glyphosat durch Muttermilch
FOTO: Shutterstock.com/ jfk image
Berlin. Erst vor kurzem wurde entdeckt, dass Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosphat in Muttermilch Rückstände hinterlässt. Nun hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Werte als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.

Auch der höchste gemessene Wert liege weit unter dem EU-Grenzwert für die tägliche Aufnahmemenge von Rückständen aus Lebensmitteln, teilte das Institut am Dienstag mit. Das BfR und die Nationale Stillkommission empfahlen verunsicherten Müttern deshalb, weiterhin zu stillen.

In der Mitteilung der Grünen hieß es unter anderem, die Konzentration des Pflanzengifts habe in allen Proben - teils erheblich - über der für Trinkwasser zugelassenen Höchstgrenze gelegen. Eine Überschreitung der Höchstgrenze bedeute kein Gesundheitsrisiko, da der Trinkwasserhöchstgehalt ein "Vorsorgewert für alle Pestizide sei und nicht toxikologisch für einzelne Wirkstoffe abgeleitet" werde, hieß es vom BfR. Das Institut verwies darauf, dass der zulässige Höchstwert für Pestizidrückstände in Babynahrung etwa hundertfach höher sei als der gemessene Trinkwasserwert.

Das BfI erklärte weiter, dass heutzutage fast jede Substanz auch in Muttermilch nachzuweisen sei. Der alleinige Nachweis könne daher kein ausreichender Grund für eine Besorgnis sein, entscheidend sei immer die Höhe der Gehalte. Überdies gebe es Zweifel an der Testmethode der von den Grünen in Auftrag gegebenen Untersuchung. Die Tests seien für die Bestimmung von Glyphosat in Wasserproben vorgesehen, eine Eignung für Milch sei jedoch nicht erwiesen.

Glyphosat ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Unkrautvernichtungsmitteln und das am weitesten verbreitete Pflanzengift. In Deutschland wird das Mittel Schätzungen zufolge auf 30 bis 40 Prozent der Ackerflächen angewendet. Das Mittel ist seit vielen Jahren umstritten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte es im März als "wahrscheinlich krebserregend" ein. Das BfR hingegen hatte Anfang 2014 erklärt, Glyphosat sei weder krebserzeugend noch schädlich für die Fortpflanzung oder das Kind im Mutterleib.

jep/ck

AFP

(AFP)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Doch keine Gefahr durch Glyphosat durch Muttermilch


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.