Karies, Osteoporose, Krebs
Wie Milch uns krank macht

Fünf Fragen zur Laktoseintoleranz
Fünf Fragen zur Laktoseintoleranz FOTO: RPO
Köln. Jeden Tag ein großes Glas Milch, das galt lange als sehr gesund. Doch zunehmend gerät Milch in Verruf. Zum einen, weil viele Menschen eine Milch-Unverträglichkeit feststellen. Zum anderen zeigen immer mehr Studien, welchen Schaden Kuhmilch anrichten kann - und das auch an Kinderzähnen. Eine Übersicht. Von Susanne Hamann

Vor allem wegen ihres hohen Gehalts an Kalzium gilt Milch als gesund und für Kinder, die sich im Wachstum befinden, gar als unerlässlich. Tatsächlich kann Milch gerade den empfindlichen Kinderzähnen jedoch schaden. Grund dafür ist der darin enthaltene Milchzucker, die sogenannte Laktose. Umspült er beim Trinken aus der Nuckelflasche regelmäßig die Milchzähne von Kleinkindern, können sie krankhafte Stellen entwickeln, davor warnt die Initiative proDente. Damit habe Milch einen ähnlichen Effekt wie Fruchtsaft oder zuckerhaltige Getränke.

Karies an einem Milchzahn macht sich durch weiße Flecken bemerkbar. Insbesondere die oberen Schneidezähne sind betroffen. Unternehmen die Eltern nichts dagegen, können sich braune Verfärbungen entwickeln, die ein Zeichen für eine ausgeprägte Karies sind. Schlimmstenfalls ist der Zahn dann nicht mehr zu retten. Statt Milch wird empfohlen dem Kind nur Wasser oder ungezuckerten Tee zu geben, und das auch besser aus einem Becher, zumindest, sobald es sitzen kann.

Aber nicht nur bei Kindern kann Milch sogar schädlich sein. In den vergangenen Jahren zeigten Studien wiederholt, dass auch Erwachsene mit negativen Folgen rechnen müssen, wenn sie regelmäßig Kuhmilch konsumieren.

Zehn ungewöhnliche Fakten zu Milch FOTO: dpa, Sebastian Kahnert

Gesteigertes Osteoporose- und Krebsrisiko

So zeigten Studien der Universität Harvard an 75.000 Frauen über einen Zeitraum von zwölf Jahren, dass Milch die Widerstandsfähigkeit von Knochen nicht verbessert, sondern sogar eine erhöhte Gefahr für Knochenbrüche nachzuweisen war. Mediziner erklären diese Tatsache damit, dass der Organismus aufgrund des Milchkonsums übersäuert. Der Körper muss die Säure mit Kalzium aus den Knochen neutralisieren - das Resultat ist Osteoporose.

Eine Aufnahme von Kalzium aus Gemüse dagegen, sorgte sehr wohl für eine verbesserte Knochendichte. Während die Kalziumaufnahme aus der Milch bei 30 Prozent liegt, zeigt sich, dass die Ausbeute des Minerals aus Brokkoli, Rosenkohl oder Blattsalaten zwischen 40 und 60 Prozent liegt.

Auch die Gefahr bestimmte Krebsformen, zum Beispiel Eierstockkrebs, zu entwickeln soll durch einen erhöhten Konsum von Milch steigen, das zeigte die sogenannte China Study. Sie zeigte, dass Entstehung von Brust- und Prostatakrebs mit einer erhöhten Menge an insulinähnlichen Wachstumsfaktoren (IGF-I) einhergeht. IGF-I befindet sich in erhöhten Mengen im Blut von Personen, die regelmäßig Milchprodukte zu sich nehmen. Außerdem wurden noch andere Stoffe in Kuhmilch gefunden, die wiederum die Menge an IGF-I erhöhen. Männer, die hohe Mengen an IGF-I im Blut aufweisen, haben ein vierfach erhöhtes Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Macht uns Milch krank? Steigt das Krebsrisiko?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.