| 07.15 Uhr

Verhütung
Alternativen zur Antibabypille

Die Verhütungs-Highlights
Die Verhütungs-Highlights FOTO: AP
Düsseldorf. Die Antibabypille ist das seit 1960 am häufigsten verwendete Verhütungsmittel und mit einer Methodensicherheit von 0,3 Prozent auch das sicherste. Doch hat das kleine Mittelchen viele Nebenwirkungen. Hier sind einige Alternativen zur Pille. Von Jana Hubelitz

Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und Depressionen sind häufige Nebenwirkungen bei der Einnahme der Anitbabypille. Zwar ist diese das sicherste Verhütungsmittel, verbessert Haut- und Haarbild und schwächt die Regelblutung, doch greifen immer mehr Frauen zur Alternative, denn die Antibabypille kann den Hormonhaushalt durcheinander bringen. Mit Hilfe der Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen regelt die Pille den Menstruationszyklus. Das Einnehmen der Pille erfordert große Disziplin erfort. Vergisst man sie einmal, verhütet sie auch keine Empfängnis mehr. Trotzdem liegt der Pearl-Index der Pille bei 0,3, was bedeutet, dass nur drei von Tausend Frauen, trotz korrekter Einnahme der Pille, schwanger wurden.

Doch es gibt Alternativen zur Antibabypille. Allerdings muss unterschieden werden zwischen hormonellen Methoden, östrogenfreien hormonellen Methoden und nicht hormonellen Methoden.

Hormonelle Methoden

Der Hormonring Nuvaring heißt eine Alternative zur Pille. Der kleine elastische Ring wird wie ein Tampon in die Vagina eingeführt. Über die Scheidenschleimhaut gelangen die Hormone ins Blut und hemmen den Eisprung. So bietet der Ring selbst bei Erbrechen und Durchfall Schutz. Drei Wochen lang bleibt der Nuvaring in der Scheide. Danach muss er heraus genommen werden und die Blutung setzt ein. Nach einer Woche wird ein neuer Ring wieder eingesetzt. Genau wie die Pille arbeitet der Nuvaring mit Östrogen und Gestagen. Etwa 40 Euro kostet der Hormonring für drei Monate. Der Pearl-Index des Ringes liegt bei 0,65 bis 1,85.

Verhütungspflaster Auch das Verhütungspflaster stellt eine auch Behandlung mit diesen beiden Hormonen dar. Es ist ein etwa fünf mal fünf  Zentimeter großes hautfarbenes Pflaster, das auf trockenen Hautpartien, wie beispielsweise Bauch, Oberkörper oder Arm geklebt wird. 21 Tage lang wird wöchentlich das Pflaster gewechselt. Die vierte Woche ist eine pflasterfreie Woche, in der dann die Menstruation einsetzt. Etwa sieben bis neun Frauen werden trotz des Verhütungspflasters schwanger.

Östrogenfreie Methoden

Die Hormon-Sprirale
Eine Alternative zu diesen Produkten ist die Hormon-Sprirale, die kein Östrogen enthält. Sie beeinhaltet damit deutlich weniger Hormone als die Antibabypille. Die Hormon-Sprirale ist ein T-förmiger Kunststoffkörper, der in die Gebärmutter eingesetzt wird. Dort gibt sie ein synthetisches Gestagen ab, das zur Verdickung der Schleimhäute führt, durch die dann letztenendlich keine Spermien mehr in die Gebärmutter gelangen. Die Spirale wird für fünf Jahre eingesetzt und kostet etwa 300 Euro. Allerdings müssen Patienten Ultraschallkosten, die alle drei Monate anfallen, selber tragen. Der Pearl-Index liegt bei 0,16.

Das Stäbchen
Das Verhütungsstäbchen ist etwa vier Zentimeter lang und zwei Milimeter dick. Das aus Kunststoff bestehende Stäbchen wird für drei Jahre unter die Haut am Oberarm implantiert. Dort setzt es täglich eine bestimmte Menge Hormone frei, die einen Regelkreis im Gehirn unterbrechen und so den Eisprung unterbinden. Darüber hinaus macht es den Schleimpfropfen am Eingang der Gebärmutter für Spermien undurchlässig. Die Kosten für drei Jahre belaufen sich auf etwa 350 Euro. Der Pearl-Index liegt mit 0,08 sogar noch unter dem der Antibabypille.

Dreimonatspritze
Die Spritze enthält ein hochdosiertes Depot des Hormons Gestagen. Damit sind in ihr mindestens so viele Hormone enthalten, wie in der Antibabypille. Alle 90 Tage injiziert ein Gynäkologe das Präperat in den Oberarm oder das Gesäß der Frau. Auch bei ihr wird der Eisprung unterdrückt und die Gebärmutterschleimhaut angedickt. Eine Eizelle kann sich so nicht einnisten. Die Spritze kostet etwa 25 bis 30 Euro für drei Monate. Der Pearl-Index liegt bei 0,3 bis 1,4 je nach Präparat.

Mini-Pille
Die Mini-Pille ist eine abgeschwächte Form der Antibabypille. Im Gegensatz zu dieser enthält sie kein Östrogen sondern nur Gestagen. Das führt dazu, dass eine noch disziplinierte Einnahme erforderlich ist. Nach Möglichkeit soll sie jeden Tag zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden, da sonst der Schutz entschwindet. Dafür hat sich aber auch deutlich weniger Nebenwirkungen als die Antibabypille. Der Preis beläuft sich auf etwa 30 Euro für drei Monate, wobei es dabei auch aufs Präparat ankommt. Der Pearl-Index bei der Mini-Pille liegt bei 0,3 bis 1,4.

Gänzlich frei von Hormen

Diaphragma
Ein Diaphragma ist - einfach gesprochen - ein Kondom für die Frau. Geeignet ist diese nicht-hormonelle Behandlung besonders für Frauen, die nicht auf eine regelmäßige und langfrstige Verhütung aus sind. Das Diaphragma ist ein Latexmembran mit felxiblen Drahtring, den man vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide einführt. Es darf nach frühstens acht Stunden wieder herausgenommen werden. Aufgrund der etwas komplizierten Anwendung liegt der Pearl-Index hier bei 1 bis 20.

Kupferspirale
Ähnlich wie die Hormon-Spirale wird die ebenfalls T-förmige Kupferspirale in die Gebärtmutter eingesetzt. Allerdings ist sie gänzlich frei von Hormonen, denn sie setzt Kupferionen frei, die eine toxisch hemmende Wirkung auf Spermien haben. SOllte es dennoch zu einer Befruchtung kommen, verhindert die veränderte Beschaffenheit der Schleimhaut das Einnisten der Eizelle. In der Regel kostet sie 120 bis 200 Euro und schützt etwa drei bis fünf Jahre. Ihr Pearl-Index liegt bei 0,5 bis 1. Der Pearl-Index liegt bei 0,3 bis 0,8.

(anch)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Verhütung: Alternativen zur Antibabypille


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.