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Studie zur Jugendsexualität
Sex ohne Verhütung ist bei Jugendlichen out

Jugend-Sexualität 2015: Sex ohne Verhütung ist bei Jugendlichen out
Seit den 1980er-Jahren hat die Aufklärung bei Jugendlichen deutliche Fortschritte gemacht, sagt die BZgA. FOTO: dpa, Peter Endig
Berlin. Die Jugend ist – anders als vielleicht von vielen erwartet – beim Thema Sexualität alles andere als verroht und unwissend. Stattdessen stellen Fachleute den Jugendlichen in Sachen Sex ein gutes Zeugnis aus.

In der neuen Studie "Jugendsexualität 2015", die im kommenden Jahr vollständig veröffentlicht wird, stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) neue Erkenntnisse über die sexuelle Aktivität von Jugendlichen und auch ihr Wissen in diesem Bereich vor. Ein möglicherweise überraschender Fakt: Bei deutschen 14-Jährigen sind sexuelle Erfahrungen eine Ausnahme.

Sex mit 17 ist die Regel

Insgesamt sei die Gruppe der 14- bis 17-Jährigen nicht früher sexuell aktiv als in den vergangenen Jahren, sagte BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss am Donnerstag in Berlin. "Bis 2005 haben sich die sexuellen Aktivitäten nach vorne verschoben." Inzwischen sei der Trend aber gestoppt, wenn nicht rückläufig. Ein "Wertewandel" könne der Grund sein, sagte Thaiss bei der Vorstellung erster Ergebnisse aus der neuen Studie.

Mit 17 hat demnach mehr als die Hälfte der Jugendlichen bereits Erfahrung mit Sex. Dabei sind insgesamt betrachtet Mädchen früher aktiv als Jungen. Außerdem machen deutschstämmige Jugendliche in fast allen Altersgruppen früher erste Erfahrungen als Altersgenossen mit ausländischen Wurzeln.

Zu den Themen Sex, Aufklärung und Verhütung befragt die BZgA seit 1980 vorrangig Jugendliche, seit 2005 auch Jugendliche mit Migrationshintergrund. Einbezogen wurden diesmal 5750 Jugendliche bundesweit, im Frühjahr und Sommer 2014.

Kondom und Pille sind selbstverständlich

Seit den ersten Befragungen hat sich das Bewusstsein für Verhütung deutlich verändert: Lediglich acht Prozent der jungen Frauen und sechs Prozent der jungen Männer zwischen 14 und 17 trafen beim ersten Mal keine Vorkehrungen, wie aus der Studie hervorgeht. 1980 machten sich laut BZgA noch 29 Prozent der Jungen und 20 Prozent der Mädchen keine Gedanken um Kondom, Pille oder andere Verhütungsmittel. Thaiss wertete die Veränderung als "beachtlichen Erfolg".

Noch deutlicher und schneller schrumpfte die Zahl der Nicht-Verhüter bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Verzichtete in dieser Gruppe 2005 noch rund ein Drittel der Jungen auf Verhütung, so war es nun nur noch ein Zehntel. Bei den Mädchen sank der Anteil von knapp 20 Prozent auf 2 Prozent.

Aufgeklärt wird in deutschen Haushalten insbesondere von den Eltern, sagte Thaiss. Aber auch in der Schule begegnet fast jeder Jugendliche dem Thema Sex. Gerade für Jungen und für die Kinder muslimischer Eltern, die das Thema zu Hause eher tabuisieren, seien auch Lehrer wichtige Ansprechpartner.

(hebu/dpa)
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