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Studie: Liebe geht bei Frauen doch durch den Magen

Liebe geht durch den Magen - Studie belegt: Bei Frauen - ja!
FOTO: AlikeYou/ Shutterstock.com
Düsseldorf. "Liebe geht durch den Magen", das ist ein altes Sprichwort. Aber abgesehen vom berühmten Candle-Light-Dinner, war bislang nie so recht klar, ob Essen die Romantik wirklich ankurbelt. Jetzt zeigt eine Studie: Ein voller Magen macht wirklich einen Unterschied. Vor allem bei Frauen. Von Susanne Hamann

Wissenschaftler der amerikanischen Drexel Universität wollten wissen, ob Hunger und Romantik wirklich in Zusammenhang stehen. Dafür untersuchten sie per Magnetresonanztomographen die Gehirnaktivität von gesättigten und hungrigen Frauen, denen romantische Bilder gezeigt wurden.

Zuvor hatte Alice Ely bereits herausgefunden, dass das Gehirn von Frauen unterschiedlich auf die Bilder von fettigem Essen reagierte, je nachdem ob sie einen vollen oder leeren Magen hatten. Nun wollte sie prüfen, welche Reaktion das Gehirn auf einen anderen "Belohnungsfaktor" als Essen haben würde, nämlich auf Romantik.

Für ihre Untersuchungen teilten die Wissenschaftler 20 junge Frauen mit normalem Körpergewicht in zwei Gruppen ein: Die einen hatten in ihrem Leben bereits eine Diät gemacht, die anderen noch nie.

Die Frauen sollten acht Stunden lang fasten und dann hungrig ins Labor kommen. In einem Magnetresonanztomographen wurden die Regungen des Gehirn festgehalten, während die Frauen romantische Bilder ansahen, etwa von Pärchen die Händchen hielten. Und während sie neutrale Bilder betrachteten, wie eine Kegelkugel. Dabei zeigten sich bei beiden Gruppen ähnliche Gehirnaktivitäten.

Im Anschluss tranken die Frauen einen Drink der 500 Kalorien hatte, und sahen sich die Bilder noch einmal an. Dieses Mal reagierten die Frauen deutlich stärker auf die romantischen Bilder. "Anstatt ängstlich und nervös zu sein, weil man hungrig ist, kann man sich mit vollem Magen mit anderen Dingen beschäftigen", erklärt Ely, die erste Autorin der Studie.

Interessanterweise reagierten die Frauen, die vorher schon eine Diät gemacht hatten, insgesamt stärker auf die romantischen Bilder, als die Nicht-Diät-Gruppe. Das unterstützt frühere Untersuchungen von Ely, in denen sie zeigen konnte, dass Frauen die sich regelmäßig einer Diät unterziehen, grundsätzlich stärker auf Essen ansprechen, als Nicht-Diät-Kandidatinnen. Das Belohnungszentrum reagiert bei ihnen stärker und sie tendieren zudem dazu, eher über den eigentlichen Hunger hinaus zu essen. 

Mit ihren Ergebnissen widersprechen die amerikanischen Forscher bisherigen Studien. Üblicherweise, reagieren Probanden auf belohnende oder angenehme Stimuli auf leeren Magen empfindlicher, als bei vollem Magen. Das bezieht sich auf Dinge wie Essen, Geld oder auch Drogen.

"Die Studienergebnisse legen nahe, dass Essen junge Frauen sensibler macht oder sie geistig auf Romantik vorbereitet", so Ely zu Eurekalert. "Wir konnten auch zeigen, dass sich Essen und Sex einen neuronalen Kreislauf teilen." Ely weist aber auch daraufhin, dass es sich bei der Untersuchung um eine kleine Pilotstudie handelte. Um repräsentative Ergebnisse zu erzielen, müsse noch viel geforscht werden.

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