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Studie
Einnahme von Arzneien reduziert Aids-Risiko fast komplett

Studie: Einnahme von Arzneien reduziert Aids-Risiko fast komplett
Durch die Medikamente wurde die Virus-Last im Körper erheblich reduziert FOTO: dpa, jka vfd wst
Miami . Die Einnahme gängiger Aids-Medikamente kann das Risiko einer Übertragung des HI-Virus von einem infizierten auf einen gesunden Partner fast auf Null absenken - auch wenn der Geschlechtsverkehr ungeschützt verläuft. Entwarnung gibt es dennoch nicht.

Zu diesem Ergebnis kommt die bislang umfangreichste Untersuchung von Paaren, bei denen ein Partner HIV-positiv und der andere HIV-negativ ist. Die Studie an rund 900 Paaren in Europa wurde im Fachblatt "Journal of the American Medical Society" ("JAMA") veröffentlicht.

Die für die Studie untersuchten HIV-Infizierten nahmen antiretrovirale Medikamente ein, welche die Virus-Last im Körper erheblich reduzieren. Im Untersuchungszeitraum, der sich im Schnitt auf 1,3 Jahre pro Paar belief, konnten die Wissenschaftler keinen einzigen Fall dokumentieren, in dem der infizierte Partner den nicht-infizierten angesteckt hätte - selbst wenn sie Sex ohne Kondom hatten.

Keine Rückschlüsse auf ungeschützten Sex

Für die Antwort auf die Frage, ob ungeschützter Sex in solchen Fällen grundsätzlich unbedenklich sei, müssten indes noch weitere Untersuchungen angestellt werden, schrieben die Studienautoren um Alison Rodger vom University College in London. Allerdings gäben die bisherigen Befunde den betroffenen Paaren "informative Daten zur Hand, auf die sie ihre Risikoeinschätzung stützen könnten".

Rund zwei Drittel der untersuchten Paare waren homosexuell, ein Drittel war heterosexuell. Im Verlauf des Untersuchungszeitraums zogen sich zwar elf zu Beginn nicht infizierte Männer das HI-Virus zu; allerdings hätten Molekularuntersuchungen ergeben, dass sie das Virus nicht von ihrem infizierten Partner hatten. Acht der elf Betroffenen hätten zugegeben, außerhalb der Beziehung ungeschützten gleichgeschlechtlichen Sex gehabt zu haben.

In einem Kommentar zu den Befunden der Studie rieten die Infektionsforscher Eric Daar und Katya Corado von der University of California von einer generellen HIV-Entwarnung ab. Zwar sei das Infektionsrisiko bei einer medikamentösen Behandlung "gering", schrieben sie. Allerdings bedürfe es weiterer Untersuchungen, um dieses Risiko genau abschätzen zu können.

(crwo/afp)
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