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Geschenke, Essen und Gesellschaft
So kommen Sie gesund durch die Weihnachtstage

Tipps 2017 zu Weihnachten: So kommen Sie gesund durch die Feiertage
Auch an den Festtagen sollte man auf die Ernährung achten - etwa beim Thema Süßigkeiten. FOTO: dpa, tna sir
Düsseldorf. So schön es ist, Weihnachten zu feiern - manche befürchten, dass das Fest unangenehme Nebenwirkungen hat. Wir geben Tipps für die kommenden Tage. Von Susanne Hamann

1. Leber und Galle schonen

Während die Leber als Entgiftungszentrale des Körpers Schadstoffe wie etwa Alkohol aus dem Blut filtert und aus dem Körper ausscheidet, ist die Gallenblase vor allem für die Aufspaltung der Fette in der Nahrung zuständig. Mindestens ein entlastender Tag vor oder auch bei dem großen Schlemmen hilft Leber und Galle, mit der Flut von Zucker, Fett und Alkohol um die Feiertage besser zurechtzukommen. Bitterstoffe unterstützen die Verdauung. Besonders wirksam sind die Inhaltsstoffe der Artischocke. Sie regen den Gallenfluss an. So werden Beschwerden wie Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen verringert oder bleiben sogar aus. Wer mit dem frischen Gemüse nichts anzufangen weiß, erhält in Drogeriemärkten und Apotheken auch Artischockenpräparate in verschiedenen Darreichungsformen. Ähnlich wirksam ist die Mariendistel. Der aus ihren Früchten gewonnene Inhaltsstoff Silymarin soll selbst bei manchen Leberkrankheiten lindernde Wirkung haben.

2. Den Magen entlasten

Rebelliert der Magen vor lauter Völlerei, kommt es in der Regel zu Sodbrennen, Reflux (Rückfluss von Magensäure) und Magenschmerzen. Häufen sich diese Symptome, kann das ein Anzeichen für eine Gastritis - eine Magenschleimhautentzündung - sein. Eine wirksame Gegenmaßnahme ist langsames Essen, weil der Magen erst mit einem Zeitverzug von 15 bis 20 Minuten meldet, dass er voll ist. Wer schlingt, droht ihn also schnell überzustrapazieren. Außerdem helfen Schafgarben- oder Pfefferminztee am Abend, die Organe zu beruhigen. Wer am nächsten Morgen dennoch ein Zwicken im Bauch verspürt, sollte sich einen Brei aus Haferflocken kochen. Der beruhigt die Schleimhaut und entlastet den Verdauungstrakt. Treten stärkere Beschwerden auf, kann man über die Feiertage auch sogenannte PPI (Protonenpumpenhemmer) wie Pantoprazol nehmen. Sie reduzieren die Säure im Magen. Halten die Beschwerden an, muss aber ein Arzt aufgesucht werden.

Die schönsten Geschenkideen aus der Region FOTO: Düsseldorf Marketing & Tourismus

3. Nicht zu viel zunehmen

Weihnachten wird geschlemmt, das ist klar. Das ein oder andere Extrakilo ist also wohl kaum zu vermeiden. Wer trotzdem mit einem Auge die Waage im Blick behalten will, sollte sich für eine Sünde entscheiden: Süßes oder Salziges. Der Gänsebraten mit Rotkohl und Kloß kommt schon auf 2000 Kilokalorien. Eine Frau hat einen durchschnittlichen Grundumsatz von 1250, ein Mann von 1500 Kilokalorien. Ohne Sport reichen also schon die weihnachtlichen Abendessen, um zuzunehmen. Butter-Spekulatius hat nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung pro 100 Gramm 472 Kalorien, Zimtsterne liegen bei 424 Kalorien, Orangenplätzchen hingegen bei 238 Kalorien. Süßes und Salziges zu essen, sprengt also restlos die Tagesbilanz. Besser, man entscheidet sich an jedem Tag neu, ob man heute hauptsächlich Süßes oder hauptsächlich Salziges isst.

4. Familienbande

Angenommen, man sitzt an Heiligabend mit der Familie zusammen und jemand bringt einen aggressiven Spruch, was ist dann die beste Reaktion? Statt zu sagen "Der Spruch hätte jetzt aber nicht sein müssen", wäre es besser, sich einfach zu denken: "Ich liebe oder mag die Person einfach so, wie sie gerade ist." Das löst viel inneres Konfliktpotenzial. Denn es gibt keinen schlechteren Zeitpunkt als solche Feste, um jemanden umzuerziehen.

TV-Programm zu Weihnachten und Silvester 2017 FOTO: Radio Bremen

5. Gelassenheit

Weihnachten ist das beste Trainingscamp für die eigene Gelassenheit. Man weiß ja im Grunde, was auf einen zukommt, von den Menschenmassen beim Einkaufen über den nervigen Cousin oder Schwager bis hin zu den vielen Besuchen an den Feiertagen, und darauf kann man sich einstellen. Am Ende lebt das Fest von der Kunst der Antizipation. Dafür soll man sich, bevor man etwas tut, schon einmal im Detail klarmachen, was auf einen zukommt. Welche nervigen Sätze wird die Oma sagen? Was wird einem vorgesetzt, das man nicht mag? Welche Rituale kommen jedes Jahr wieder? Gerade zu Weihnachten fällt das leicht, weil es bei den meisten immer gleich abläuft. Hat man sich auf diese Punkte eingestellt, kann man sich am Festabend zusammensetzen und die stressige Situation als persönliches Training sehen, um sich nicht aus der eigenen Gelassenheit bringen zu lassen.

6. Last-Minute-Geschenke

Kurz vor Weihnachten und noch nicht alle Geschenke beisammen? Zwei Listen helfen: Auf eine kommen alle, die man glaubt beschenken zu müssen. Auf die zweite Liste schreibt man, wen man beschenken möchte. In der Regel reduziert das die Geschenke-Last bereits deutlich. Ein Geschenk, das man immer verschenken kann, ohne einzukaufen, ist gemeinsame Zeit: gemeinsam kochen, ein gemeinsamer Kochkurs, gemeinsam einen Ausflug in die Eifel oder in einen Freizeitpark machen, gemeinsam das lästige Regal aufbauen, das schon so lange herumsteht, oder das Beet im Garten pflegen - alles Geschenke, für die man nur eine Weihnachtskarte braucht.

7. Weihnachten alleine feiern

An Weihnachten alleine zu sein, ist nicht schlimm. Für viele fühlt es sich aber so an. Wer sich nicht zu einem der städtischen Angebote für einen gemeinsamen Heiligabend begeben will, der sollte trotzdem ein bisschen planen. Psychologen raten, etwas zu tun, das man als besonders schön empfindet. Das können ein paar Tage in einem Wellnesshotel sein oder einfach nur ein Buch zu lesen. Die Devise lautet: sich pflegen, ohne darüber nachzudenken, dass alle anderen angeblich viel glücklicher sind als man selbst. Sicher weiß man das ohnehin nicht. Ebenfalls hilfreich ist, etwas für andere zu tun. Das bestätigt die Glücksforschung. Man kann bei der Essensausgabe der Tafel mithelfen oder einem anderen Ehrenamt an Weihnachten nachgehen. Das bessert von allein die Laune.

8. Workaholic

Egal, ob ein Kollege krank wird, ein zusätzlicher Auftrag reinkommt oder eine wichtige Frage ansteht - im Urlaub muss niemand erreichbar sein. So will es das Bundesurlaubsgesetz. Das legt eindeutig fest, dass Angestellte an ihren freien Tagen ganz von der Arbeit entbunden sein müssen. Das gilt für jeden, also auch für besonders wichtige Mitarbeiter. Das gilt sogar dann, wenn im Arbeitsvertrag geregelt ist, dass der Arbeitnehmer in den Ferien erreichbar sein muss. Denn solche Klauseln sich arbeitsrechtlich unzulässig. Einzige Ausnahme von dieser Regel sind Urlaubstage, die über das gesetzlich vorgeschriebene Minimum hinausgehen. Für alle freien Tage, die über die gängigen 20 Tage hinausgehen, kann der Arbeitgeber Sonderregelungen in Anspruch nehmen. Die können dann auch ständige Erreichbarkeit beinhalten. Für alle anderen gilt allerdings: Diensthandy und Firmenlaptop aus, private Ferienzeit an!

9. Bloß nicht krank werden

Nicht krank zu werden, erfordert um die Weihnachtstage ein wenig Arbeit - jedenfalls für jene, die anfällig sind. Regelmäßige Spaziergänge kurbeln das Immunsystem an. Es reicht auch, regelmäßig zu lüften, wenn der Marsch durchs Kalte gar nicht möglich ist. Ein Sud aus einer 20 Minuten lang ausgekochten Ingwerwurzel hilft, dass Magen und Darm mit den Anforderungen besser fertig werden, und stärkt die Abwehrkräfte. Man sollte außerdem die Gelegenheit nutzen, viel zu schlafen. Dabei regeneriert sich das Immunsystem ganz von alleine.

10. Die 5-Minuten-Insel

Nehmen Sie sich an den Feiertagen immer wieder ein paar Minuten für sich selbst, um Ruhe und Erholung zu tanken. Was in dieser Zeit geschieht, muss nicht kompliziert sein. Es reicht schon, sich einen Tee zu kochen, kurz Zeitung zu lesen oder sich mit dem Hund die Beine zu vertreten. Man glaubt immer, man brauche einen Yoga-Retreat in Asien oder lange Urlaube, um Kraft zu schöpfen. Es reichen jedoch schon zwei bis drei kurze Pausen am Tag. Wichtig ist es nur, in diesen paar Minuten Dinge zu tun, die entspannen. Im Sessel zu sitzen und aus dem Fenster zu gucken, zählt auch - es sind ja nur fünf Minuten. Wer mag, kann sich dafür sogar den Handywecker stellen.

Quelle: RP
 
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