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Glyphosat
Unkrautvernichtungsmittel in Muttermilch-Proben entdeckt

Fakten: Die zehn größten Krebs-Mythen und ihre Wahrheit
Fakten: Die zehn größten Krebs-Mythen und ihre Wahrheit FOTO: Shutterstock/ Juan Gaertner
Berlin. Wissenschaftler haben Rückstände des Pflanzengifts Glyphosat in Muttermilch nachgewiesen. Im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion hat ein Labor 16 Proben von stillenden Müttern aus acht Bundesländern untersucht.

Sämtliche Proben enthielten Rückstände, die über dem für Trinkwasser geltenden Höchstwert von 0,1 Nanogramm je Milliliter lagen. Der höchste gemessene Wert erreichte rund 0,4 Nanogramm. Das teilte der Grünen-Abgeordnete Harald Ebner mit. Er sieht sich nun in seiner Forderung bestärkt, die Zulassung des beliebten Herbizids auszusetzen.

Glyphosat ist weltweit das am häufigsten eingesetzte Pflanzengift im Agrarsektor. 2012 kamen 6000 Tonnen des Wirkstoffs in Deutschland zum Einsatz. Glyphosat ist ein Unkrautbekämpfungsmittel das Grünpflanzen vernichtet, die sich zwischen Feldfrüchten breit machen. Wird es ausgesprüht, dringt es durch die Erde in die Wurzeln der Pflanzen ein und tötet sie ab. Bei Hobbygärtnern ist es zur Unkrautvernichtung gefragt und im Baumarkt erhältlich.

Noch ist umstritten, inwiefern das Mittel gesundheitsschädlich ist. Die Weltgesundheitsorganisation stufte es jüngst als "wahrscheinlich krebserregend" ein; derzeit läuft auf EU-Ebene eine Überprüfung der Zulassung. Die Bundesregierung sieht aktuell keinen Anlass für eine Beschränkung, wohl aber Forschungsbedarf.

Ebner forderte nun ein umfangreiches "Humanmonitoring". Vom Stillen riet er Müttern aber nicht ab. "Muttermilch ist immer noch die beste Nahrung für jedes Baby", sagte Ebner.

(jd)
 
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