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Tipps und Tricks
So wird der Mini-Balkon zum Raumwunder

So wird der kleine Balkon zum Raumwunder
Viel Platz bietet der Balkon von Ruth Gronen zwar nicht, sie macht trotzdem das Beste daraus. Überladen darf er aber nicht sein, sagt Grunen - sie will sich dort schließlich noch bewegen können. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Wenn der Balkon wenig Platz bietet, ist Kreativität gefragt. Es gibt platzsparende Möbel und Accessoires - sogar für die Decke oder das Regenrohr. Von Marcel Romahn

Vier Quadratmeter Kurzurlaub - so beschreibt Ruth Gronen ihren kleinen Balkon. Hier beginnt die Düsseldorferin morgens den Tag mit einer Tasse Kaffee, umgeben vom Duft von selbst gepflanzten Pfefferminzsalbei, Vanilleblumen und Wandelröschen. Das Mobiliar ist spartanisch: ein Tisch, zwei Stühle. "Es ist halt wenig Platz", sagt sie. "Man muss sich einschränken." Dafür beweist die 52-Jährige, dass mit ein wenig Geschick, einem guten Dutzend Kästen und Kübeln und ein paar Kabelbindern auch ein Mini-Balkon groß rauskommen kann.

Wichtigstes Kriterium für Ruth Gronen: Der Balkon darf nicht zu voll sein. "Ich will mich ja noch gut bewegen können", sagt sie. "Deshalb verzichte ich zugunsten der Blumen gerne auf einige Möbel." Klapptisch und Stühle, alles aus Teakholz, müssen jedoch sein, auch wenn sie gut ein Drittel des Platzes einnehmen. Denn auf ihrem Süd-Ost-Balkon hat Gronen morgens viel Sonne. "Dann möchte ich das auch in Ruhe genießen und es mir bequem machen." Alles andere hängt, ist festgebunden oder geschraubt - nicht nur Blumen, sondern auch ein Vogelhäuschen und ein Nistkasten für Bienen. "Man muss eben auch die Wände ausnutzen", sagt Gronen. "Auf diese Weise habe ich hier mehr als genug Platz."

So wie Ruth Gronen gehen viele Mini-Balkon-Besitzer bei der Gestaltung neue Wege - oft sogar nach oben. "Dieser Trend zeichnet sich in den letzten Jahren deutlich ab", sagt Florian Preuß, Sprecher der Hornbach Bau- und Gartenmärkte. "Möbel und Accessoires müssen nicht am Boden bleiben. Die Wände und Decken spielen auch eine wichtige Rolle." Ein Beispiel: Blumentöpfe für das Regenrohr, die die Firma Elho anbietet. Die Behälter sind mit einer kleinen Einbuchtung versehen und können per "Easy-Fix-Verschluss" leicht angebracht werden. Für knapp vier Euro pro Stück sind selbst mehrere Behälter zur Verschönerung des Rohres noch erschwinglich.

Wer keinen Platz hat, um seine Blumentöpfe auf den Tisch oder den Boden zu stellen, kann sie auch einfach von der Decke hängen lassen - kopfüber. Der "Sky Planter" der Firma Plantu ist so konzipiert, dass er wie eine Lampe an der Balkondecke befestigt werden kann. Damit Erde und Pflanze dann nicht doch auf dem Boden landen, hat der Hersteller ein spezielles Gefäß entwickelt. Ein Sicherheitsnetz, das über die Erde gespannt wird, hält die Pflanze fest im Topf. Per integriertem Speicher wird sie kontinuierlich mit Wasser versorgt. Gegossen wird der "Sky Planter" von der Oberseite des Topfes. Kreativität hat ihren Preis: die kleinen Keramik-Modelle gibt es ab 16 Euro, Topf-Sets zum Kombinieren kosten bis zu 80 Euro.

Viele Hersteller für Balkonmöbel haben sich außerdem in den vergangenen Jahren zunehmend auf platzsparende Produkte spezialisiert. Multifunktionalität - sprich ein Möbelstück, das mehrere Zwecke erfüllt - sei der größte Anspruch, den die Besitzer eines Mini-Balkons heute haben. "Trotz wenig Raum wollen gerade junge Leute viel mit ihrem Balkon machen", sagt Preuß. Tisch und Stühle seien unverzichtbar. Deshalb bietet der Markt mit der Balkonbank der Marke "Siena MyBalconia" ein Möbelstück an, das beides ist: Tisch und Sitzmöglichkeit. Die Bank hat drei Sitzplätze. Der mittlere Teil kann jedoch ausgeklappt und somit zum Esstisch für zwei Personen umfunktioniert werden. "Das spart im Vergleich zu drei Möbelstücken deutlich mehr Platz ein", so der Baumarkt-Sprecher. Besonders sparsam für den Geldbeutel ist die Bank mit knapp 180 Euro allerdings nicht.

Selbst das Balkongeländer kann als Möbelhalterung benutzt werden - und das auch deutlich günstiger. Für knapp 40 Euro gibt es einen Balkon-Hängetisch aus Stahl, der entweder zum Essen oder als Ablage genutzt werden kann. Wird er nicht gebraucht, kann er einfach nach unten weggeklappt werden und nimmt so keinen Platz weg.

Mit diesen Ideen könnte auch Ruth Gronen noch gut einen Quadratmeter Platz einsparen. Vor allem der Hängetisch wäre für ihre "kleine Blumenoase" geeignet. "Für die jungen Leute kann das ja durchaus etwas sein", sagt sie. "Aber ich möchte nicht zu nah am Geländer sitzen." Etwas Abstand zu ihrer üppigen Blumenszenerie muss sein. "Sonst habe ich ja nicht viel von meiner schönen Aussicht."

Die nächsten Folgen: Bodenbeläge, Selbstgebautes, Leser-Balkone

Quelle: RP
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