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Zypresse und Olivenbaum
Eine Gartenoase wie am Mittelmeer

Wie wachsen mediterarrene Pflanzen in meinem Garten?
FOTO: Radowski
Düsseldorf. Mediterrane Gärten sind ein Trend, denn sie wecken Urlaubsgefühle und ermöglichen schnelles Abschalten. Mit einer Mischung aus Kräutern, Kübelpflanzen sowie Natursteinen entsteht ein Gartenparadies mit südlichem Flair. Von Leslie Brook

Ein bisschen Lavendel zwischen den Fingerkuppen zerreiben, unter die Nase halten, tief einatmen und schon werden Erinnerungen an die letzte Provence-Reise wach. Mit den richtigen Pflanzen und Kräutern im Garten kommt schnell mediterranes Flair auf, denn sie duften nach Sonne und Süden. Mit einer Auswahl an Kübel- und Beetpflanzen lässt sich so eine eigene, exotische Oase im Garten schaffen. Und mit den entsprechenden Kräutern kann man auch gleich die Lieblingsgerichte aus den Ferien nachkochen und verfeinern.

Mediterrane Gärten sind beliebt, wecken sie doch Urlaubsgefühle, während man eigentlich im Rheinland auf der Terrasse oder im Ruhrgebiet auf dem Balkon sitzt. Inzwischen gibt es kaum noch Gewächse aus dem Mittelmeerraum, die nicht auch hier gepflanzt werden können. Selbst Agaven, Aloe Vera und der Mittelmeerschneeball (Viburnum Tinus) gedeihen in hiesigen Gärten. Das in unseren Breitengraden immer milder werdende Klima bewirkt sogar, dass nicht mehr alle mediterranen Kübelpflanzen zum Überwintern in einen Wintergarten oder ins Haus geholt werden müssen - zumindest, wenn sich die Winter so wie in den vergangenen zwei Jahren gestalten, erklärt Gärtnermeisterin Anette Wies vom Gartencenter Pötschke in Willich.

Die Phoenix-Palme etwa kann man bis minus zehn Grad draußen lassen, ebenso die Palmenart Washingtonia, und Oleander hält Temperaturen von minus fünf bis minus sechs Grad stand. Somit reiche es aus, den Oleander an eine warme Hauswand zu stellen oder mit einem Jutesack einzuhüllen. Man sollte versuchen, die mediterranen Pflanzen solange es geht, draußen zu lassen, denn sie brauchen Licht, so Wies. Alle Zitruspflanzen hingegen müssen nach drinnen transportiert werden.

Wer mit dem Gedanken spielt, einen mediterranen Garten anzulegen, sollte dies nur tun, wenn sein Grundstück nach Süden ausgerichtet ist, beziehungsweise viel Sonne abbekommt. Denn das Wichtigste für Olivenbaum und Co sind Licht und Wärme. Lediglich Palmen und Zypressen eignen sich auch für einen halbschattigen Standort. Auch bei Dachterrassen, auf denen sich Kübelpflanzen natürlich optisch gut machen, sollte man vorsichtig sein, denn starken Wind mag kaum eines der mediterranen Gewächse, sagt Karl-Josef Stoffels, Inhaber der Düsseldorfer Gärtnerei Stoffels.

Auch die Bodenverhältnisse müssen stimmen. Viele mediterrane Pflanzen mögen eher lehmige Böden, die mit Sand oder Humus durchsetzt sind. Die Böden sind mit Sauerstoff gesättigt, auch wenn sie nach Regenfällen nass sind.

Die meisten mediterranen Pflanzen sind Kübelpflanzen, nur wenige eignen sich fürs Beet - einige Palmenarten wie Hanfpalme, Zypresse, Lavendel oder auch große Olivenbäume, die aber unbedingt windgeschützt stehen müssen. Sie sollten im Winter dann entsprechend abgedeckt werden mit Reisig - Rindenmulch reicht laut Gärtner Stoffels nicht aus.

Ab April sollte man die mediterranen Pflanzen kaufen beziehungsweise ab Mitte April nach draußen stellen, empfiehlt Wies. Dann gibt es in den Läden wieder neue Ware. Doch beim Eintopfen gibt es einiges zu beachten. Sie empfiehlt, Kübelpflanzenerde oder Spezialerde für mediterrane Pflanzen zu verwenden und Dünger in die oberste Erdschicht einzuarbeiten. "Mediterrane Pflanzen brauchen Spurenelemente, also besonders viel Kalium und Magnesium, und das bekommen sie nur über einen guten, lehmigen Boden, und am besten sollte man noch etwas Torf hinzugeben", erklärt Stoffels. Wichtig sei auch eine gute Drainage sowie Steinchen für Hydrokulturen, die in den Topf gefüllt werden.

Am Anfang müssen die Pflanzen kräftig angegossen werden, dann heißt die Devise: bloß nicht zu sehr wässern. "Besser einmal die Woche kräftig gießen, als zu oft nass machen", erklärt Wies. "Die Erde darf ruhig trocken werden. Das können die mediterranen Pflanzen gut ab." Und unbedingt Staunässe vermeiden. Alles was im Sommer blüht, sollte besonders häufig nachgedüngt werden. Im Herbst zaghaft zurückschneiden, im Frühjahr stärker, rät die Expertin.

Eine Gartenoase wie am Mittelmeer entsteht aber nicht nur mit Hilfe der passenden Pflanzen. Dazu gehört auch eine Gartenmauer aus Natursteinen oder eine immergrüne Hecke sowie Sitzplätze und Wege aus Naturstein oder naturbelassenen Hölzern. Auch dabei kann und darf es exotisch werden: Statt einer Hainbuchen- oder Kirschlorbeerhecke kann man etwa eine Rosmarinhecke pflanzen. "Das funktioniert sehr gut", sagt Stoffels.

Herzstück des Mittelmeergartens aber sind würzige Kräuter. Thymian, Salbei, Rosmarin und Oregano lieben sonnige Plätze, gerne in einem Hochbeet. Dafür eignet sich laut Stoffels aber auch ein Balkonkasten, der am besten in Küchennähe platziert wird. Auch in unterschiedlichen Gefäßen - wie alten Olivenölkanistern - sehen Kräuter hübsch aus. Diese immer organisch düngen, sonst schmecken sie nicht, etwa mit Hornspänen oder Tomatendünger. Stoffels: "Alle Kräuter außer Basilikum und Petersilie können bereits jetzt rausgestellt werden."

Quelle: RP
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