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Wettbewerb
Deutschlands beste Hundefriseure
Wettbewerb: Deutschlands beste Hundefriseure
Die Hundefriseurin Anke Schäfer arbeitet in ihrem Salon in Stadtroda an Hund "Chico". Am Wochenende treffen sich in Stadtroda im Bundesland Thüringen viele Hundefriseure zu Wettbewerben. FOTO: dpa, Martin Schutt
Stadtroda. Wuschelhund statt Pudel mit Pompons: Etwa 2000 Hundefriseure in Deutschland geben Rex und Waldi den perfekten Look. Im thüringischen Stadtroda küren sie am Wochenende ihren Deutschen Meister.

Aufgeregt japst und hechelt der kleine Gismo, während Anke Schäfer mit ihrer Schere das Fell über seinen Augen stutzt. Danach wird der Pony des Yorkshire-Malteser-Mixes gekürzt.

Seine Ohren sind derweil mit einem weißen Haargummi nach oben gebunden, damit sie nicht versehentlich in die Schere geraten. Der Rüde hat einen Termin beim Hundefriseur, richtig glücklich wirkt er nicht. "Gismo ist sehr aufgeweckt und ich muss mich Stück für Stück vorwärts arbeiten", erläutert Schäfer. Doch für die geduldige Fachfrau ist das kein Problem, hat sie doch schon mehrere internationale Preise gewonnen. Am Wochenende lädt sie zur Deutschen Meisterschaft der Hundefriseure nach Ostthüringen.

Der Besuch beim Hundefriseur - englisch Groomer - ist kein Fall nur für Schickimicki-Pudel. Vom Golden Retriever über Schnauzer und Terrier bis hin zum Chihuahua oder Mops ist alles dabei, wie die Vorsitzende des Bundesverbandes der Groomer, Angelika Siebert, aus Bad Salzungen berichtet. "Ich habe hier einen jungen Mann, der kommt alle sechs Wochen mit seinem Boxer." Mit einem Bad und spezieller Föhntechnik wird bei solchen Rassen abgestorbenen Haaren zu Leibe gerückt, die sonst daheim auf dem Teppich landen. "Der Besitzer hat dann erst einmal einige Wochen Ruhe."

Frisuren beim Hund sind - wie bei Frauchen oder Herrchen auch - Trends unterworfen. Pompons und nackter Hintern beim Pudel sind kaum noch gefragt. "Die Leute wollen es meist kurz und pflegeleicht", erzählt Siebert. Sie nennt das "sportliches Aussehen". Auch Färben ist bei den Vierbeinern nicht tabu. So bekommt mancher Pudel oder Shih-Tzu schon mal ein Strähnchen ans Ohr oder ein pinkfarbenes Herz auf den Oberschenkel. Beliebt seien "kleine Wuschelhunde" mit puppenhaftem Köpfchen und teddyhaften Beinen, berichtet Schäfer. Das ist auch für Gismo vorgesehen, der noch immer aufgeregt auf dem Tisch hin und her scharwenzelt, während Frauchen nebenan eine Zeitschrift liest.

Pflege für die Gesundheit der Hunde

Mit Baden, Föhnen, Felltrimmen oder Schneiden sowie Krallen- und Pfotenpflege dauert der Besuch beim Hundefriseur locker ein bis zwei Stunden. Denn es geht nicht nur um den perfekten Look für den nächsten Gassigang, sondern auch um die Gesundheit des Vierbeiners, betont Schäfer. So werden etwa Milben und Pilze an Ohren und Fell behandelt sowie der Intimbereich gereinigt und freigelegt, damit beim Gassi nichts ins Fell geht. Und wenn das Fell am Auge zu lang wird, entstehen mitunter Tränensteine, die sich auch entzünden können. Um Energiebündel wie Gismo zu beruhigen, greifen die Profi-Hundefriseure schon mal zu Akupressur, Duftölen oder Bachblüten-Tinkturen.

Doch nicht jeder Hundefriseur beherrscht das Handwerk und bildet sich regelmäßig fort. "Viele, die keine richtige Ausbildung haben, scheren die Hunde einfach nur ab", berichtet Siebert. Anders als in manchen anderen Ländern ist Hundefriseur oder Groomer keine geschützte Berufsbezeichnung und letztlich kann jeder einen solchen Salon aufmachen. Mancher Hundehalter greift auch selbst zur Schere. Doch Gismos Frauchen bekennt offen: "Ich trau mich da nicht ran."

Deutschlands beste Hundefriseure

Bei Anke Schäfer ist Gismo in qualifizierten Händen. Sie ist Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft der Hundefriseure und hat schon etliche Preise eingeheimst. So etwa 2005 in Belgien eine Goldmedaille in der Beginner-Klasse und 2011 in Spanien nochmals Gold in der Champion-Klasse. Am Wochenende sollen nun in Stadtroda bei Jena auf Schäfers Initiative hin Deutschlands beste Hundefriseure gekürt werden. Zugleich wird ein internationaler Wettkampf der Zunft ausgetragen. Dazu gibt es Schäfers Angaben zufolge 60 Anmeldungen unter anderem auch aus Finnland, Polen, Tschechien und Dänemark. Veranstalter des Wettbewerbs ist die Deutsche Groomer Vereinigung.

Quelle: dpa
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