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Tipps für Tierliebhaber
Kita für den Hund
Diese Leverkusener Tiere suchen ein Zuhause
Diese Leverkusener Tiere suchen ein Zuhause FOTO: Tierschutz Leverkusen
Bonn. Für den Hund ist auf der Arbeit kein Platz - wer ihn nicht alleine zu Hause lassen möchte, kann ihn alternativ in eine Hundetagesstätte geben. Dort wird der Vierbeiner professionell betreut. Zur Dauerlösung sollte der Kindergarten für Hunde aber nicht werden. Von Manja Greß

Sie kommen überall hin mit: In die Bahn, zum Sport oder zum Frisör. Nur die Arbeit trennt Besitzer und ihren Hund für mehrere Stunden am Tag. Da viele Halter nicht rund um die Uhr für ihren Vierbeiner sorgen können, wächst das Geschäft mit der Kuschelbetreuung. Bei Berufstätigen werden vor allem Hundetagesstätten immer beliebter. Dort kümmert sich Fachpersonal um die Lieblinge. Verbringt ein Tier allerdings einen Großteil des Tages in so einer Einrichtung, kann die emotionale Bindung zwischen Hund und Halter Schaden nehmen.

Wer Hund und Karriere unter einen Hut bringen will, kann inzwischen unter zahlreichen Betreuungsmöglichkeiten wählen. Oft werden Hundetagesstätten - auch HuTas genannt - zum zweiten Zuhause für die Tiere. Der Begriff ist nicht zufällig vom Kurzwort Kita für Kindertagesstätte abgeleitet, denn das Prinzip ist ähnlich: Die Vierbeiner werden stundeweise oder ganztägig von professionellen Hundetrainern betreut, während Herrchen und Frauchen die Kosten für diesen Service verdienen.

Grundsätzlich sollten Halter vor der Anschaffung eines Hundes überlegen, ob sie genügend Zeit für die Betreuung haben, sagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. "Eine dauerhafte Unterbringung in einer HuTa ist wenig sinnvoll, da die Hunde zwischen verschiedenen Bezugspersonen und Umgebungen hin- und hergerissen werden." Zwischendurch könne die Tagespflege jedoch eine gute Möglichkeit sein. Dabei sollten Halter bei der Auswahl einiges beachten. "Die Hunde sollten auf keinen Fall in Zwingerhaltung untergebracht werden", sagt Charlotte Köhler von der Tierrechtsorganisation Peta in Gerlingen (Baden-Württemberg).

Regelmäßige Spaziergänge

Für eine gut funktionierende Rudelhaltung sollte die Gruppe so zusammengestellt sein, dass sich die Hunde untereinander vertragen. Außerdem sollte der Tagesablauf regelmäßige Spaziergänge und Zeit zum Spielen umfassen. "Zwischendurch müssen die Hunde aber die Möglichkeit haben, sich auszuruhen", sagt Köhler. Außerdem sollten sich genügend Helfer um die Tiere kümmern. Eine Person reiche nicht aus, um beispielsweise zehn Hunde sorgfältig zu betreuen.

Damit das Tier genauso gut wie zu Hause betreut wird, sollten Besitzer so viele Informationen wie möglich weitergeben, rät Klaus Kutschmann von der Bundestierärztekammer in Berlin. "Schon beim Vorgespräch muss geklärt werden, wie Frauchen und Herrchen ihren Hund behandelt und versorgt haben wollen. Welche Gewohnheiten und Vorlieben hat das Tier? Will es den ganzen Tag herumtollen oder lieber auf dem Sofa liegen und zwischendurch nur mal Gassi gehen?"

Außerdem müssen Halter die Betreuer darüber informieren, ob der Hund Medikamente einnehmen muss, was er gern frisst und ob er spezielle Charakterzüge hat. Wichtig ist, dass das Tier geimpft ist.

Entscheidend sei, dass sich der Hund in der Einrichtung wohlfühlt, sagt Klaus Kutschmann. Halter sollten ihr Tier deshalb genau beobachten. "Freut sich der Vierbeiner, wenn er das HuTa-Personal sieht und ist genauso happy, wenn er von Herrchen nachmittags wieder abgeholt wird? Wenn ja, wird ihm die Teilzeitbetreuung in der Einrichtung sicher gefallen." Wenn nicht, sollten Halter nach anderen Möglichkeiten suchen, empfiehlt der Tierarzt.

Eingewöhnungszeit

Weil Hunde aber, genauso wie Menschen, individuelle Persönlichkeiten sind, könne der eine oder andere etwas Eingewöhnungszeit brauchen, sagt Köhler. "Es gibt Hunde, die kommen zum ersten Mal in die HuTa und fühlen sich dort gleich zu Hause. Andere sind ängstlicher im Kontakt mit unbekannten Hunden." In diesem Fall müsse das Tier langsam an die anderen gewöhnt werden.

Damit sich der Vierbeiner in der HuTa am Anfang nicht fremd fühlt, geben ihm seine Halter oft ein Spielzeug von zu Hause mit. Das sollte allerdings vorher mit den Betreuern abgesprochen werden, rät Kutschmann. "Es ist so wie bei kleinen Kindern: Hat der eine was, wird der andere schnell neidisch und will es auch haben." Dann könne es zu Auseinandersetzungen kommen. Besser sei es, auf Spielzeuge in der Gruppe zu verzichten.

Quelle: dpa/anch/areh
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