Reittherapie und Hippotherapie
Therapeutisches Reiten
Reittherapie und Hippotherapie: Therapeutisches Reiten
Therapeutisches Reiten kann erstaunliche Ergebnisse liefern. FOTO: Evers
Düsseldorf. Eine Pferdetherapie respektive therapeutisches Reiten kann immer dann eingesetzt werden, wenn herkömmliche therapeutische Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Insbesondere bei geistig oder mehrfach behinderten Personen kann eine Therapie erstaunliche Ergebnisse liefern.

Therapeutisches Reiten wird oftmals mit Begriffen wie Reittherapie, Therapiereiten oder Behindertenreiten gleichgesetzt. In diesem Bereich lassen sich vor allem die Hippotherapie und Reiten für Menschen mit Behinderungen hervorheben.

Was bedeutet Hippotherapie?

Die Hippotherapie beinhaltet weder sportliches noch aktives Reiten. Sie ist vielmehr als eine physiotherapeutische Behandlung auf neurophysiologischer Basis zu verstehen. Eine Pferdetherapie wird von Ärzten und Physiotherapeuten angeboten, die über eine entsprechende Zusatzausbildung verfügen. Sie kommt vor allem bei neurologischen Bewegungsstörungen, Spastiken und Ataxien (also Störungen der Koordination und des Gleichgewichtes) zum Einsatz.

In Deutschland liegen die Preise für eine Pferdetherapie bei etwa 30 Euro für 20 Minuten. In Einzelfällen ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich. Im Zweifelsfall sollte man vorab das Gespräch mit der zuständigen Krankenkasse suchen, ob eine Übernahme der Kosten angeboten wird.

Eine Hippotherapie findet stets in der Gangart Schritt statt. Bei der Hippotherapie macht man sich die Tatsache zunutze, dass die Grundlage dieser Bewegungsmuster bei Pferd und Mensch sehr ähnlich sind. Dreidimensionale Schwingungen werden über den Pferderücken auf den Menschen übertragen. Durch die hierbei entstehenden Impulse kann ein Training der Gleichgewichts-, Stütz- und Haltungsreaktionen stattfinden. Zudem wird der Muskeltonus des Patienten bei einer Pferdetherapie auf natürliche Art und Weise reguliert.

Insbesondere für Patienten, die unter Funktionsstörungen des Zentralnervensystems leiden, ist eine Pferdetherapie geeignet. Hierdurch können verschiedene neurologische Krankheitsbilder, wie beispielsweise Multiple Sklerose oder Spastik positiv beeinflusst werden.

Reiten für Menschen mit Behinderungen

Das Reiten zählt zu den seltenen Sportarten, die von nicht behinderten und behinderten Personen gemeinsam innerhalb einer Gruppe ausgeübt werden können. Vom Großteil der Körperbehinderten und zum Teil auch geistig behinderten Personen kann das Reiten problemlos erlernt werden. Wenn dies der Fall ist, kann das Reiten natürlich zusätzlich als Leistungssport oder Hobby ausgeübt werden. Bei diesem Aspekt des Reitens steht die eigentliche reitsportliche Ausbildung im Fokus. Eventuelle Behinderungen können durch verschiedene Hilfsmittel kompensiert werden. Entsprechende Kurse im Rahmen einer Pferdetherapie können von Reitlehrern angeboten werden, die über eine Zusatzqualifikation für therapeutisches Reiten verfügen.

Quelle: areh
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