Pilgern
Der Weg ist das Ziel
Pilgern: Der Weg ist das Ziel
FOTO: Andreas Krebs
Eine Pilgerreise gehört heute fast schon zum guten Ton. Pilgern ist modern geworden und spätestens seit Hape Kerkeling seine Erfahrungen damit in einem Buch beschrieben hat, glaubt beinahe jeder, etwas über das Pilgern zu wissen.

Doch ist der im Buch beschriebene und dadurch wieder in den Focus gerückte Jacobsweg nicht der einzige Pilgerweg. Eine Pilgerreise ist keine Reise der Neuzeit Schon seit Jahrhunderten pilgern Menschen aus allen Kulturen und Religionen. Dieser Brauch geht zurück auf den Glauben der Menschheit an übernatürliche, göttliche Kräfte, z.B. wird von vielen Spontanheilungen auf diesen Reisen berichtet. Erstmals berichtet die Geschichte von Pilgern aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Die Menschen wollten mit ihren Füßen den Boden berühren, den schon Jesus betreten hatte.

Pilgerreisen wurden zu einer Massenbewegung, bei der sich unzählige Menschen auf den Weg machten, um ihre geistigen Kräfte und ihren Glauben an heiligen Orten zu stärken. Im Laufe der Zeit entstand ein Wegenetz durch ganz Europa. So manche Herberge entstand als Unterkunft für müde Wanderer entlang der Pilgerwege. Zum Pilgern gehören - damals wie heute - die Einsamkeit, Blasen an den Füßen und starke Erschöpfung, aber auch, die Schönheit der Natur zu erleben. Pilgern bedeutet Abenteuer und innere Einkehr In unserer heutigen, hektischen Zeit entscheiden sich Menschen zu einer Wallfahrt, um wieder zu sich selbst zu finden.

Ein wenig Abenteuerlust gehört aber auch dazu, mit nur wenig Gepäck, die manchmal schwierigen Wegstrecken abzulaufen. Ein Pilgerausweis darf als unentbehrliches Utensil nicht fehlen, denn ohne Ausweis wird es schwer, einen Schlafplatz in einer Herberge zu bekommen. Auch wenn Pilger mal in Gruppen unterwegs sind und sich gegenseitig mit Tipps versorgen, so wollen die meisten doch allein die Ruhe und Einsamkeit genießen, die Wunder der Natur entdecken und Gedanken zulassen, die im Alltag keinen Platz haben. Viele Pilger berichten davon, auf ihrem Pilgerweg Gott ganz nah gewesen zu sein und trotz wunder Füße eine tiefe Befriedigung verspürt zu haben. Der Weg ist das Ziel und es ist ein tolles Erlebnis, wenn das Ziel erreicht ist.

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