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Winterwanderwege
Eine Chance für den Tourismus in Deutschland
Winterwanderwege: Eine Chance für den Tourismus in Deutschland
Das Wandern ist eine Freizeitaktivität, die immer beliebter wird. FOTO: dpa, Verena Wolff
Düsseldorf. Die zunehmende Differenzierung und wachsende Anzahl der Wanderangebote in Deutschland belegen, dass das Wandern als Freizeitaktivität immer beliebter wird. So sind Bergwandern, Fernwandern, Sportwandern oder meditatives Wandern nur einige Möglichkeiten, sich zu Fuß über weite Strecken in der Natur fortzubewegen.

Der im Jahr 2010 veröffentlichte Forschungsbericht zur „Grundlagenuntersuchung Freizeit- und Urlaubsmarkt Wandern", die in Kooperation mit dem Deutschen Wanderverein durchgeführt wurde, zeigt auf, dass sich die Motive für diese Form der aktiven Erholung je nach Altersgruppe unterscheiden.

Im Allgemeinen liegt der Schwerpunkt bei der Altersgruppe der 16- bis 44jährigen auf der Erholung und dem geselligen Vergnügen, während Wanderer ab 45 Jahren das Naturerlebnis und den Bildungsaspekt in den Vordergrund stellen. Die Studie verdeutlicht überdies, dass die Angebotsdifferenzierung im Wandersport die Möglichkeit bereithält, auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen gezielter eingehen zu können, um den Tourismus in Deutschland zu fördern.

Beispiel Winterwandern: Abschalten vom Arbeitsalltag

Der Trend, auch im Winter Wanderungen zu unternehmen, hat sich vor allem bei Menschen zwischen 35 und 64 Jahren, verstärkt. Hauptmotive für diese Freizeitbeschäftigung unter dieser berufstätigen Bevölkerungsgruppe sind neben dem Naturerlebnis auch die Möglichkeit, berufliche Anstrengungen hinter sich lassen zu können beziehungsweise aktiv Stress abzubauen. Laut der repräsentativen Befragung von circa 4500 Menschen wandert im Jahresdurchschnitt jeder Dritte, genauer gesagt 34,6 Prozent, um sich zu entspannen.

Betrachtet man die Gruppe der Winterwanderer separat, sind es sogar 44,5 Prozent. Das Motiv Gesundheitsförderung und -erhaltung spielt für Winterwanderer ebenfalls eine entscheidende Rolle, denn 78,3 Prozent dieser Gruppe, und damit im Vergleich zum Jahresdurchschnittswert 13,7 Prozent mehr, gaben an, aus diesem Grund zu wandern. Aus diesen Erhebungen kann man ableiten, dass gerade das Wandern in der kalten Jahreszeit als eine Möglichkeit angesehen wird, sich aktiv vom Alltagsstress zu erholen, während das Wandern bei sommerlichen Temperaturen vorrangig als Gemeinschaftserlebnis angesehen wird.

Wandertrend und Wandermarkt

Um Deutschland als Urlaubsziel attraktiver zu gestalten, hat sich das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie durchgeführte Projekt „Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen" zum Ziel gesetzt, die Infrastruktur für den Tourismus in weniger besiedelten Gebieten zu verbessern.

Durch die Hinzunahme der oben beschriebenen Ergebnisse kann es beispielsweise gelingen, Winterwanderrouten bedarfsgerecht auszubauen, indem man durch das Angebot anderer Gesundheits- und Erholungsdienstleistungen eine Winterfreizeitlandschaft für Wanderer schafft.

Des Weiteren ist die Nutzung moderner Kommunikationsmittel für den Wintersport eine Möglichkeit, auch jüngere Menschen für das Wandern zu begeistern. Sowohl Wellnesshotels als auch Anbieter von Outdoor-Kleidung haben sich den Bedürfnissen der Winterwanderer bereits angepasst.

Ob im Stationärgeschäft, Versandhandel oder im E-Commerce-Bereich, Unternehmen wie www.campz.de oder Sportcheck bieten eine große Bandbreite an Kleidung und Gebrauchsartikeln an, die den Erholungsfaktor noch erhöhen.

Diese Entwicklungen lassen demnach jetzt schon erkennen, dass die Ausdifferenzierung des Wandertourismus auch wirtschaftliches Potential sowohl für die Wanderregionen als auch für die gesamtdeutsche Wirtschaft bereithält.

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