| 15.51 Uhr

Apfelwein – Ein saures Vergnügen

Apfelwein – Ein saures Vergnügen
FOTO: Brent Hofacker/shutterstock.com
Ein leichter Apfelwein begleitet gemütliche Abende und ist als Ebbelwoi besonders im Frankfurter Raum bekannt. Mit wenigen Handgriffen lässt sich das alkoholische Fruchtgetränk sogar selbst herstellen. Von Brigitte Bonder

Ein leichter Apfelwein begleitet gemütliche Abende und ist als Ebbelwoi besonders im Frankfurter Raum bekannt. Mit wenigen Handgriffen lässt sich das alkoholische Fruchtgetränk sogar selbst herstellen.

Hessisches Nationalgetränk

Ob Apfelwein, Ebbelwoi, Saurer Most, Viez oder einfach nur Stöffsche – das ganz korrekt "Äpfelwein" genannte Getränk ist ein Fruchtwein, der zumeist aus einer Mischung verschiedener, aber säurehaltiger Äpfel gekeltert und vergoren wird. So ist auch der Apfelwein eher sauer und nicht jedermanns Geschmack. In Frankfurt jedoch ist das Getränk eine Lebenseinstellung und fest mit der Kultur der Region verankert. Schon bei den Römern war der Apfelwein bekannt, in Frankfurt wurde er jedoch erstmals im 16. Jahrhundert  erwähnt und die Reinhaltungsbestimmung aus dem Jahre 1638 hat noch heute Gültigkeit für die Kelterer. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die erste Schankerlaubnis erteilt und heute zieht es Einheimische und Urlauber in den Stadtteil Sachsenhausen, um die traditionsreiche Atmosphäre der Frankfurter Apfelweinkultur zu erleben. Seit 1931 werden die Schoppen auch in der beliebten Apfelweinwirtschaft Wolf Wagner ausgeschenkt, die heute in dritter Generation von Rolf Wagner und Harald Rudorf geführt wird.

Streuobstwiesen

Während die Äpfel früher von Hand in einem großen Trog zerstoßen wurden, übernehmen heute große Maschinen das Zerkleinern der Früchte. Die Maische wird anschließend gepresst und der Saft in Edelstahltanks gefühlt. Jetzt beginnt der acht- bis zehntägige Gärprozess und der Zucker wird von der zugegebenen Hefe in Alkohol und Kohlendioxid umgesetzt. Je länger der Apfelwein auf der Hefe ruht, umso aromatischer wird er und je nach gewünschter Stärke füllt der Kelterer den Wein früher oder später in ein anderes Fass um. Somit ist Apfelwein nicht gleich Apfelwein und Geschmack und Alkoholstärke variieren. Gekeltert werden zumeist nur die säurehaltigen, älteren Apfelsorten aus dem Streuobstanbau, wie der Viezapfel, der Weiße Matapfel oder der Bohnapfel. Moussierende Varianten des Apfelweins werden Apfelschaumwein oder Apfelsekt genannt und sind besonders in Frankreich als Cidre oder in Großbritannien oder in den USA als Cider bekannt.

Apfelwein selber machen

Wenn im Herbst die Äpfel von den Bäumen fallen und kaum alle verwertet werden können, ist die Herstellung von eigenem Apfelwein eine gute Alternative. Das Rezept erfordert einen großen, zehn Liter fassenden Glasbehälter für den Most, einen passenden Gummi-Verschlussdeckel mit Rundöffnung, ein Kunststoff-Siphon für die Öffnung und einen Kunststoff-Schlauch. Dann beginnt die Arbeit: Äpfel putzen, faule Stellen entfernen, vierteln, entkernen und in ein kaltes Wasserbad geben. Dann die sauberen Apfelstücke in den Entsafter geben und höchstens achteinhalb bis neun Liter Saft in den Glasbehälter geben. Mit dem Gummideckel verschließen, Siphon aufstecken und mit etwas Wasser füllen. So wird der Apfelsaft vor Lufteintritt geschützt. Den Glasbehälter nun in den Keller stellen und abwarten. Die Gärung beginnt automatisch, das entstehende Kohlendioxid entweicht über das Siphon. Nach einigen Wochen wird der Gärprozess langsamer und es entsteht ein Apfelwein mit etwa sechs Prozent Alkohol. Soll es mehr sein, wird der Wein umgefüllt, das Glasgefäß gereinigt. Dann den Wein wieder in das Glasgefäß geben und Zucker zusetzen für eine erneute Gärung. Nach einigen Wochen abschmecken und eventuell erneut Zucker zugeben. Ist der Gärprozess beendet, wird der Wein abgefüllt und getrunken.

Rot, Weiß oder Rosé? Entdecken Sie ihren Lieblingswein in unserem Weinshop.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Apfelwein – Ein saures Vergnügen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.