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Chianti – Der Fruchtige aus der Toskana

Chianti – Der Fruchtige aus der Toskana
FOTO: Malgorzata Kistryn/shutterstock.com
Früher war "Chianti" das Synonym für italienischen Wein und oft kam er in klassischen Bast-Flaschen daher. Heute unterliegt der Wein strengen Herstellungsvorschriften und der Chianti Classico zählt zu den besten Rotweinen des Landes. Von Brigitte Bonder

Vielfalt der Chianti-Weine

Schon vor vielen Jahrhunderten wurde in der Toskana Wein produziert, heute ist das Anbaugebiet durch die DOCG Klassifikation – also durch die italienische, staatlich kontrollierte Herkunftsbezeichnung für Weine – festgelegt. Das DOCG-Gebiet erstreckt sich etwa über ein Drittel der Toskana um Florenz, Lucca, Pisa, Siena bis hinunter ins südliche Grosseto am Mittelmeer. Innerhalb der Region gibt es jedoch noch acht Unterzonen, die auf dem Etikett und der Banderole der Flasche angegeben sind. So bezeichnet "Colli Fiorentini DOCG" die Weine, die der Hügellandschaft zu beiden Seiten des Arno südlich von Florenz entstammen und "Colline Pisane DOCG" kennzeichnet Rebsäfte aus der westlichsten Unterzone südlich von Pisa. Besonders berühmt ist der Chianti Classico, der aus dem Kerngebiet des Chianti zwischen Florenz und Siena stammt.

Chianti Classico – Der mit dem Hahn

Eine historische Sonderstellung hat der rubinrote Chianti Classico, dessen Trauben aus dem historischen Chianti-Gebiet zwischen Florenz und Siena stammen. Er wird häufig mit dem Chianti DOCG verwechselt, doch bildet er eine ganz eigene Weinkategorie. Sein Markenzeichen ist der "Gallo Nero", der Schwarze Hahn, der sich auf dem Flaschenhals und der Banderole befindet. Er war das Wappentier der Chianti Liga, einem Bündnis zur Verwaltung und Verteidigung der Chianti Region. Der Chianti Classico unterliegt strengsten Vorschriften hinsichtlich der Ertragsmengen und der Reifezeit, außerdem ist er der einzige Chianti, der keinen Zusatz von weißen Rebsorten erlaubt. Ein Chianti wird zum Großteil aus Sangiovese-Trauben hergestellt, beim Classico muss der Anteil sogar mindestens 80 Prozent betragen. Andere Traubensorten sind einheimische Sorten wie Canaiolo oder Colorino, aber auch internationale Trauben wie Cabernet Sauvignon oder Merlot. Der Mindestalkoholgehalt muss für den normalen Classico zwölf, für den Riserva – also den entsprechend lang gelagerten Chianti Classico - mindestens 12,5 Volumenprozent betragen. Der Wein darf frühestens am 1. Oktober ein Jahr nach der Ernte verkauft werden, der Riserva kommt nach dem Ausbau im Holzfass erst nach gut zwei Jahren in den Handel. Vorher muss er noch drei Monate in der Flasche lagern. 

Greve – Die Hauptstadt des Chianti

Südlich von Florenz im Herzen des Chianti-Gebiets liegt Greve, die seit dem 13. Jahrhundert als eine der Hauptstädte des Chianti gilt. Jedes Jahr im September findet auf der zentralen Piazza Matteotti die Weinmesse statt, malerische Häuser mit ausladenden Balkonen und hübschen Arkadengängen verleihen dem Marktplatz ein besonderes Ambiente. Hier werden alljährlich im Herbst die neuen Chianti-Weine präsentiert. Grundsätzlich sind die Weine sehr fruchtig mit Aromen zum Beispiel von Brombeeren oder Blaubeeren, dazu kommen Würzaromen wie Nelke oder Leder. Je reifer der Chianti, umso stärker ist er von Tannin geprägt. Die Weine schmecken oftmals nach fünf bis acht Jahren am besten, obwohl sie gut und gerne noch länger gelagert werden können.

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