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Cidre oder Cider – Prickelnde Apfelschaumweine aus aller Welt

Cidre oder Cider – Prickelnde Apfelschaumweine aus aller Welt
FOTO: RubinowaDama/shutterstock.com
Wenn wir an lauen Sommerabenden mit Freunden auf der Terrasse sitzen, passt kaum ein Getränk besser als ein fruchtig frischer Cidre. Der prickelnde Apfelschaumwein perlt dunkelgelb bis braun im Glas und schmeckt sehr aromatisch. Von Brigitte Bonder

Apfelschaumwein aus der Normandie

Cidre, Cider oder Ebbelwoi – in vielen Regionen der Welt werden Apfelschaumweine hergestellt. Besonders berühmt ist jedoch der Cidre aus Frankreich, der vor allem in der Normandie vergoren wird. Mehr als 10 Millionen Apfelbäume verwandeln die Gegend im Frühjahr in ein weißes Blütenmeer, im Herbst ist die Zeit der Ernte und etwa 60 Prozent der Äpfel werden zu Cidre verarbeitet. Wie für Wein gibt es in Frankreich und Spanien auch für den Cidre kontrollierte Anbaugebiete, die wichtigste Ursprungsbezeichnung ist das normannische Pays d'Auge. Hier wird der klassische Cidre bouché noch heute über die traditionelle Flaschengärung erzeugt.

Süße und saure Äpfel

Es ist die Vielfalt der Äpfel, die einen guten Cidre ausmacht und durch das Mischungsverhältnis von süßen, bitteren und sauren Früchten lässt sich der Geschmack variieren. Während die süßen Äpfel den wichtigen Zucker mitbringen, sorgen die sauren Äpfel für einen ungestörten Gärungsprozess. In der Normandie wachsen bei vielen Bauern noch die alten, traditionellen Sorten auf hochstämmigen Bäumen rund um den Hof – die Industrie kauft für größere Produktionen verschiedenste Apfelsorten ein. Nach der Ernte werden die Früchte sortiert und gepresst, unter Luftabschluss gärt der frische Saft im Tank. Jetzt kommen die natürlichen Hefen zum Einsatz, die den Zucker in Alkohol und Kohlensäure umwandeln. Die Gärdauer ist von den Früchten abhängig und so braucht der Cidre im Schnitt zwei bis drei Monate, bis er fertig ist. Durch die langsame Gärung bleibt Kohlendioxid im Cidre gelöst und sorgt für das typische Moussieren des beliebten Getränks.

Ungefilterter Genuss

So frisch und ungefiltert wird der Apfelschaumwein jedoch nur direkt in der produzierenden Region serviert. Wer beispielsweise im Herbst entlang der französischen Apfelweinstraße "Route du Cidre" reist, kann zahlreiche Apfelbauern besuchen, die ihre Keller und Pressen zeigen und frischen Apfelschaumwein anbieten. In Valognes gibt es sogar ein eigenes "Musée du Cidre", das über die Geschichte des normannischen Apfelweines informiert. Für den Export wird der Cidre jedoch pasteurisiert. Der Gärungsprozess wird gestoppt, die Süße und der Alkoholgehalt sind damit festgelegt. Oftmals setzt der Hersteller abschließend noch Kohlensäure zu, um für das klassische Moussieren des Apfelschaumweins zu sorgen. Der herbere Cidre brut wartet dann mit vier Prozent Alkohol auf, der lieblichere Cidre doux hat nur zwei Prozent. Die britischen Ciders hingegen sind mit einem Alkoholgehalt von bis zu zwölf Prozent deutlich stärker!

Weinreiche Rezepte

Cidre ist nicht nur als erfrischendes Getränk beliebt, sondern sorgt auch bei vielen Speisen für den richtigen Geschmack. Besonders beliebt sind Cidre-Saucen zu Wild, Ente oder Gans. Laut Rezept werden Schalotten, Speck und Apfelwürfel angebraten und mit Cidre und Brühe abgelöscht. Wer mag, verfeinert die Sauce mit Crème fraîche und Rosmarin. Zahlreiche Rezepte gibt es auch zu französischen Cidre-Tartes, Apfelbowle und Fisch mit Apfelschaumwein.

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