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Grillo – Der beliebte Sizilianer

Grillo – Der beliebte Sizilianer
FOTO: Valentyn Volkov/shutterstock.com
Früher war die italienische Insel für süße Dessertweine bekannt, heute werden aus der beliebten Rebsorte Grillo abwechslungsreiche, trockene Weißweine gekeltert, die auch bei uns immer häufiger serviert werden. Von Brigitte Bonder

Blassgelbe, alkoholstarke Weine

Die Weißweinsorte Grillo stammt aus Italien und wird heute vorwiegend auf der süditalienischen Insel Sizilien kultiviert. Die auch Riddu genannte Sorte soll aus der Region Apulien stammen und kam erst nach der folgenschweren Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts auf die Insel. Zunächst wurde sie im berühmten Dessertwein Marsala eingesetzt, heute bringt die Traube blassgelbe Weine hervor, die oftmals auch mit anderen Rebsorten wie Catarratto Bianco comune oder Inzolia verschnitten werden.

Die Weißweinsorte gilt als spätreifend und ertragreich, viele Winzer müssen den Ertrag sogar durch starken Traubenrückschnitt reduzieren, um die Qualität des gekelterten Weins zu garantieren. Denn der Grillo ist wie geschaffen für das heiße und trockene Klima Siziliens und sorgt daher alljährlich für gute Erträge. Grillo-Weine schmecken fruchtig, ganz typisch sind Duftnoten von Zitrone und Orange und die herrliche Frische am Gaumen. Auch am leichten leichten Gehalt von Gerbstoffen sind die sizilianischen Rebsäfte zu erkennen.

Früher Marsala – heute Grillo

Viele Jahre war der Marsala der Exportschlager Siziliens. Doch mit der sinkenden Nachfrage nach Dessertweinen ging auch das Interesse am Marsala zurück. Gefragt waren mehr und mehr trockene Weine. Viele sizilianische Weingüter hatten sich zuvor rein dem süßen Marsala gewidmet, doch mittlerweile haben sich die Kellereien entschieden, in den Weinbergen auch normale Weine zu produzieren. Sie reagierten auf die neuen Kundenwünsche mit einer breiten Palette an trockenen Weinen aus Nero d'Avola oder Syrah, setzten aber auch auf die alten Rebsorten der Region und vergoren Grillo-Trauben zu trockenen Weinen. Seither ist das Spektrum an Grillo-Weinen in Sizilien stark gewachsen. Grundsätzlich bietet der reine Grillo viel Geschmack für zumeist wenig Geld, auch in Cuvées mit anderen weißen Rebsorten überzeugt die Traube.

Weine aus der DOC Sicilia

Seit dem Jahrgang 2011 gehört die gesamte italienische Region Sizilien zum DOC-Bereich, der die vormalige IGT Sicilia ersetzt. Derzeit sind 23 autochthone und internationale Rebsorten zugelassen, dazu gehört für Weißweine neben Catarratto, Inzolia und Grecanico auch der Grillo. Wird die Rebsorte auf dem Etikett angegeben, muss der Wein heute zu mindestens 85 Prozent genau diese Sorte enthalten. Ohne Rebsortenangabe hat die Hälfte des Weines aus vier festgelegten Leitsorten zu bestehen. Die einfachen Landweine sind nun an der Bezeichnung IGT Terre Siciliane oder IGT Avola zu erkennen. Mittlerweile wird der Grillo auch außerhalb Siziliens in ebenfalls heißen und trockenen Regionen in Brasilien, Australien oder Mexiko angebaut.

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