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Lambrusco – Roter Perlwein aus der Emilia-Romagna

Lambrusco – Roter Perlwein aus der Emilia-Romagna
FOTO: Flavio Massari/shutterstock.com
Früher galt Lambrusco als süßer Billigwein, heute ist der leicht perlende Rotwein wieder gefragt. Die neue, trockene Variante des Rotweins ist der perfekte Begleiter zu Pasta oder beim Grillen. Von Brigitte Bonder

Süßer oder trocken?

Sie ist sicherlich nicht so bekannt wie die Toskana, doch die italienische Region Emilia-Romagna bringt ebenfalls feine Spezialitäten wie Prosciutto di Parma oder Aceto Balsamico hervor, aber auch berühmte Weine. Besonders bekannt ist sicherlich der Lambrusco, der überwiegend in der Gegend um Modena, Parma und Reggio nell'Emilia aus den gleichnamigen Rotweintrauben gekeltert wird. Es handelt sich hierbei um einen roten Perlwein, das bedeutet, dass der durch Kohlendioxid hervorgerufene Druck in der Flasche höchstens 2,5 Bar betragen darf. Lambrusco ist zugleich auch die Bezeichnung für eine ertragreiche Rebsorte mit kräftiger Säure, die sich perfekt für die Produktion des oftmals süßen, gleichnamigen Weins eignet.

Zweite Gärung nach Bedarf

Der Lambrusco wird größtenteils sortenrein hergestellt, zur Kräftigung der Farbe geben Winzer gelegentlich auch einen geringen Anteil an tiefroten Ancellotta-Trauben hinzu. Die Trauben durchlaufen eine erste Gärung und werden dann als Lambrusco-Stillwein gelagert, erst bei Bedarf wird dieser dann zum Perlen gebracht. Je nach gewünschter Süße füllt der Winzer im nächsten Schritt den Stillwein mit der entsprechenden Menge an unvergorenem Mostkonzentrat und Hefe in geschlossene Tanks zur zweiten Gärung. Jetzt entsteht die prickelnde Kohlensäure, gestoppt wird der Prozess dann bei etwa sieben Prozent Alkohol. Bekannt und oftmals wenig hochwertig ist die günstige, süße Variante mit 40 bis 50 Gramm Restzucker, doch einige Winzer bauen den Lambrusco heute auch trocken mit maximal 15 Gramm Restzucker aus. Und dann kann sich der perlende Rebsaft durchaus mit anderen Weinen messen.

Unzählige Varianten

Durch die zahllosen Arten der Lambrusco-Rebe existiert auch eine Fülle an verschiedenen Weinen. Zur Einordnung gibt es vier DOC-Zonen. Ähnlich der Q.b.A in Deutschland steht Denominazione di origine controllata – kurz DOC – für eine kontrollierte Ursprungsbezeichnung des Weins. In der DOC Lambrusco Grasparossa di Castelvetro südlich von Modena werden tanninreiche Weine aus der Rebvariante Grasparossa hergestellt, nördlich von Modena befindet sich die Heimat für den Lambrusco di Sorbora, der eher trocken ist und einen hohen Säuregehalt aufweist. Die süßen Weine aus der DOC Lambrusco Salamino di Santa Croce sind qualitativ eher schwach, wird die Rebsorte jedoch trocken ausgebaut, zählen sie jedoch zu den besten Lambrusco-Weinen. Den größten Anteil aber hat die DOC Lambrusco Reggiano, die westlich von Modena liegt. Hier werden verschiedenste Lambrusco-Sorten angebaut und auch die Ancellotta-Traube, die für die tiefrote Farbe im Lambrusco sorgen kann und bei den Winzern nur Rossissimo genannt wird.

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