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Prosecco liegt im Trend

Prosecco: Lassen auch Sie die Korken knallen
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Der Begriff Prosecco steht nicht nur für eine italienische Weißweinrebsorte, die im norditalienischen Veneto östlich des Gardasees und nördlich von Venedig angebaut wird, sondern vor allem für den gleichnamigen erfrischend-prickelnden Schaum- oder Perlwein, der aus der Traube hergestellt wird. Von Stephan Mertens

Der Begriff Prosecco steht nicht nur für eine italienische Weißweinrebsorte (der Wissenschaftler kennt sie auch unter dem Namen Glera), die im norditalienischen Veneto östlich des Gardasees und nördlich von Venedig angebaut wird, sondern vor allem für den gleichnamigen erfrischend-prickelnden Schaum- oder Perlwein, der aus der Traube hergestellt wird.

Wenn an Feiertagen und Festen die Korken knallen, stammen die immer häufiger aus einer Prosecco-Flasche. Denn der liebliche oder trockene Schaumwein erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit. Im Gegensatz zum meist teureren Champagner ist die Nachfrage enorm gestiegen. Das kann aber leider mitunter auch dafür sorgen, dass es mit der Qualität – wenn es nicht gerade ein echter DOCG Prosecco di Valdobbiadene sein soll – des Modegetränks nicht weit her ist.

Rund 250 Millionen Falschen Prosecco abgefüllt

Wenn man bedenkt dass etwa im Jahr 2013 rund 250 Millionen Falschen abgefüllt wurden, ist dies für die relativ kleine, sonnige Region ein enormer Wert. Die renommiertesten, weil hochwertigsten, begehrtesten und bekanntesten Proseccos kommt aus den DOC-Anbaugebieten Conegliano und Valdobbiadene in der Provinz Treviso.

Die Herstellung bzw. Vinifikation unterscheidet sich nicht wesentlich von der üblichen Sekterzeugung: Das verwendete Traubengut hat in der Regel ein niedriges Mostgewicht und einen höheren Säuregehalt. Die Flaschengärung – früher auch gerne als Champagner-Methode bezeichnet – ist hier das prestigeträchtigste Verfahren.

Vereister Hefepfropfen wird hinausgepresst

In die etwas dickwandigere Flasche wir die Cuvée der Grundweine mit dem typischen Zucker- und Hefe-Gemisch (auch Tirage genannt) versetzt. Die Flasche wird nach der Zweitgärung auf dem Kopf stehend gerüttelt, bis das Depot (= Restablagerungen) direkt vor dem Korken ist. Nach einem Eisbad wird die Falsche geöffnet und der vereiste Hefepfropfen wird durch den Druck der Kohlensäure hinausgepresst. Diesen Vorgang nennt der Fachmann Degorgieren.

Danach wird die Flasche aufgefüllt und gegebenenfalls mit Zucker geschmacklich nachbearbeitet, um dann endgültig verkorkt zu werden bzw. in einen Tank umgefüllt, um später in die entsprechenden Flaschen abgefüllt zu werden.

Schaumweine können aber nicht ausschließlich durch Flaschengärung hergestellt werden. So hat sich die weniger arbeitsintensive und schnellere Edelstahltankerzeugung (mehrere hintereinander angeordnete Tanks beschleunigen den Klärungsprozess) schon vielfach durchgesetzt. Hier wird die Tirage entsprechend in die Tanks zugegeben.

DOC- oder DOCG-Siegel beim Prosecco beachten

Wer etwas mehr Wert auf Qualität beim Prosecco achtet, sollte die DOC- oder gar DOCG-Siegel beachten oder zumindest auf einige der bekannteren Erzeuger und deren mit dem Namen bürgende Qualität achten. Bekannte Erzeuger sind etwa (alphabetisch) Adami, Bianchet, Bisol, Bortolin, Carpené Malvolti, Casalini, Col Vetroaz, Conte Collanto, Drusian, Savian (Bio) und Zardetto.

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