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Spargelsaison 2015
Schlechtes Wetter wirkt sich auf die Ernte aus

Spargel: Schlechtes Wetter wirkt sich auf Ertrag aus
FOTO: fotolia
Schwabach/Worth. Die Kälte und der Orkan "Niklas": Das Wetter hat den Spargelanbauern in diesem Jahr einen frühen Saisonstart vermasselt. Doch nun ist das edle Gemüse aus heimischem Anbau zu kaufen - wenn auch anfangs noch in geringen Mengen. Auch der Preis könnte steigen.

Der erste heimische Spargel ist da. In einigen Bundesländern ist die Saison am Mittwoch eröffnet worden - etwa in Bayern und in Schleswig-Holstein. In der Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern geht's am Freitag offiziell los. Auch andernorts wurden bereits die ersten Stangen gestochen. Wegen des kalten Wetters der vergangenen Wochen und Orkan "Niklas" macht sich das edle Gemüse jedoch noch rar. Auf preiswerten Spargel aus Deutschland müssen die Verbraucher daher noch etwas warten.

Wegen der kühlen Witterung sei frühestens in zwei Wochen mit einer üppigeren Ernte zu rechnen, hieß es vom Spargel-Erzeugerverband Franken. Durch den Mindestlohn, der auch für die meist polnischen Erntehelfer gilt, könnte Spargel in diesem Jahr auch teurer werden. Die Lauenburgischen Spargelanbauer in Schleswig-Holstein etwa rechnen damit, dass sich der Kilopreis in diesem Jahr wegen des Mindestlohns um etwa 50 bis 80 Cent erhöht.

Gemessen an seinem Anteil an der landwirtschaftlichen Fläche ist Spargel das wichtigste Gemüse in Deutschland. Auf gut 25 300 Hektar wird nach Angaben des Statistischen Bundesamts hierzulande Spargel angebaut - das entspricht rund einem Fünftel der gesamten Freilandfläche. 2014 wurden mehr als 114 000 Tonnen geerntet. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in Niedersachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden bereits die ersten Stangen gestochen. Die Anbauer rechnen hier jedoch noch mit bis zu drei Wochen Wartezeit auf "Spargel satt". In Rheinland-Pfalz könnte es schon am Wochenende mehr des edlen Gemüses geben. Der Spargelerzeugerverband Südbayern hat auf seiner Internetseite gar einen "Spargelalarm" eingerichtet, mit dem sich Verbraucher per Mail über die Verfügbarkeit informieren lassen können.

Damit die Stangen überhaupt schon reifen, werden sie vielerorts mit doppeltem Vlies abgedeckt und unter Folien-Tunneln angebaut. Unter dem Kunststoff gedeiht das Stangengemüse schneller. Die Bauern hoffen nun auf wärmeres Wetter und gelegentlichen Regen. Fürs Wachstum benötigt Spargel an der Wurzel eine Temperatur von mindestes 12 Grad. Die Saison endet traditionell an Johanni (24. Juni).

(dpa)
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