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Essen im Glas
Lunchbox deluxe

Tipps für gesunde Bürosnacks
FOTO: Radowski
Düsseldorf. Auch wer unterwegs ist und nur wenig Zeit hat, möchte gesund und leicht essen können. Dafür haben Ernährungspioniere jede Menge gute Ideen: geschichtet und im Glas. Von Lisa Kreuzmann

Kaum vorstellbar, aber es gab Zeiten, da waren Kaffee und belegte Brötchen zum Mitnehmen eine Revolution. Gerade beim Essen zeigt sich die Schlagkraft der modernen Lebensart: en vogue und unterwegs, zwischendurch und mittendrin. Doch Bäckereien und Fast-Food-Ketten haben eines verpasst: Den Snack für unterwegs weiterzudenken. Denn die Essensgewohnheiten der Ernährungspioniere haben sich verändert. Nicht nur Käsebrot und Pizzazunge kommen für Low-Carb-Anhängern und Veganer nämlich nicht als Pausensnack in Frage. Auch die Betriebskantinen hinken hinterher. Das Zigeunerschnitzel etwa gilt nicht nur sprachlich als problematisch, sondern ist auch kulinarisch aus der Zeit gefallen: fettig, konserviert und einfach langweilig. Doch wo findet man eine gesunde, preiswerte Alternative für unterwegs? In Deutschland noch selten. Da hilft nur eines: selber machen, hübsch verpacken und neidische Blicke der Kollegen ernten.

FOTO: Radowski

Ja, die Lunchbox ist zurück. Mit Tupperware und Apfelschnitzen lässt sich in deutschen Büros allerdings kein Blumentopf mehr gewinnen. Der moderne Lunchzubereiter schichtet Salat im Einweckglas und dippt Hummus aus umweltfreundlichen Edelstahlboxen. Frisch, gesund und vor allem fotogen müssen die Mahlzeiten sein. Denn in den sozialen Netzwerken Instagram und Pinterest sind "Einmachglas-Salate" und bunt bestückte Lunchboxen derzeit der neue Trend für gesunde und schnelle Küche.

Die Bewegung kommt wie so oft aus New York, der Metropole der urbanen Foodszene. In Europa ist London Vorreiter in Sachen Gesundes "auf die Hand". Ausgerechnet die Stadt also, in der Fish and Chips heimisch sind. Daraus hat sich im Internet sogar ein regelrechter Wettbewerb um das attraktivste Mittagsmenu aus der eigenen Küche entwickelt. Schließlich geht es bei jedem Onlinetrend auch ein wenig darum, zu zeigen, was man drauf hat. Nicht so sehr auf den Hüften, denn das Online-Schlagwort "mealprep", eine Abkürzung für "Meal Preparation", übersetzt etwa die vorbereitete Mahlzeit, Vorkochen also, steht nicht nur für Ernährungsbewusstsein, sondern auch für Fitness, Kreativität und Trendbewusstsein.

Rezepte findet man im Internet zuhauf, etwa auf dem Foodblog "Lunch im Glas", und nun auch in Papierform: Die 35-jährige Foodbloggerin Karin Stöttinger hat ihre Rezeptsammlung einzig den Schichtsalaten und Desserts im Glas gewidmet. Die Idee zum Buch kam ihr beim Surfurlaub in Südspanien. "Im Sportcamp erwartete uns zum Lunch oft ein sommerlicher Salat - serviert im Glas, simpel, praktisch, zum Mitnehmen, und köstlich!", schreibt die Autorin. Die Rezepte im Buch habe sie dann mit Freunden und Familie erprobt, und sich natürlich auch auf Londons Streetfood-Märkten inspirieren lassen. Der Kniff bei ihren Salaten im Glas: Auf die richtige Schichtung und das Dressing komme es an. Geschüttelt, nicht gerührt. Das ist der Trick, schreibt die Autorin von "Shaking Salad". Die Reihenfolge im Glas richte sich nach dem Gewicht der Zutaten. Kohlenhydrate zuerst, dann Fleisch, Gemüse und Nüsse.

Selbst Hollywood-Stars sind längst vom neuen Mittagessen überzeugt: Auch Gwyneth Paltrow präsentiert auf ihrem Blog "Goop" Rezepte für Gesundes im Glas. Wer vorkocht, kann sich also selbstbewusst mit Hollywood-Glanz schmücken. Wenn das nicht ein weiterer Bonuspunkt für die gesunde Alternative zum Fast Food ist.

Quelle: RP
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