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Weniger Ertrag – bessere Qualität?

Weniger Ertrag – bessere Qualität?
FOTO: Sedlacek/shutterstock.com
Es mag verwundern, dass zu Zeiten der Massenproduktionen tatsächlich einige Winzer hergehen und ihre Erträge verringern. Von Stephan Mertens

Es mag verwundern, dass zu Zeiten der Massenproduktionen tatsächlich einige Winzer hergehen und ihre Erträge verringern.

Der Effekt ist tatsächlich ein ähnlicher wie bei allen Pflanzen. Wer kennt nicht die äußerst laffen Wassersäcke, die die Spanier oder Niederländer gerne Tomaten nennen, bei denen aber jeglicher Geschmack gänzlich abhanden gekommen ist.

Der Grund: hier wurde lediglich auf Masse und Ertragfülle gezüchtet, dass dabei der Geschmack – auch für die Tomate der eigentlich Grund des Genusses – abhanden gekommen ist, interessiert nur peripher, Hauptsache  das Gewicht – auch wenn's nur Wasser ist – stimmt.

Ähnlich verhält es sich auch bei der Weintraube. Reduziert man durch Rebschnitt die Anzahl der Reben, um somit den Fruchtansatz zu minimieren, erzielt man zwar später eine geringere Erntemenge, erhöht aber die Qualität der Rebe um einiges. Denn nach dem Rebschnitt gehen die wichtigen Nährstoffe zur Gänze in die verbleibenden Reben, müssen also auf weniger Früchte aufgeteilt werden. Diesen Effekt kann man auch durch Ausdünnung  der Rebstöcke erzielen (klar: weniger Rebstöcke pro ha = mehr Nährstoffe für die verbleidenden).

Der Qulitätsgewinn ist ein erstaunlicher! Denn hier gilt ähnliches wie bei alten Rebstöcken, die im Laufe der Jahre zwar weniger Ertrag bringen, dafür aber eine um so höhere Qualität. Und es gibt noch eine weitere Methode, die einige Winzer anwenden: von vorneherein eine Rebzüchtung wählen, die ertragsschwächer ist. Der Genießer wird's gutieren!

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