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Wenn die Welt zusammenwächst... Globalisierung auch im Weingeschmack

Wenn die Welt zusammenwächst... Globalisierung auch im Weingeschmack
FOTO: aodaodaodaod/shutterstock.com
Von Stephan Mertens

Was man immer wieder feststellen muss: Im Zuge der Globalisierung nimmt auch eine fade Verallgemeinerung stetig zu. Das gilt leider auch für den Wein und dessen Geschmack. Konnte man früher eine viel stärkere Individualität im Geschmack ausmachen, muss man heute immer wieder feststellen, dass insgesamt zwar die Qualität zugenommen hat, viele unterschiedliche Weine – zumindest oberflächlich gekostet – aber ziemlich ähnlich, manchmal gar nahezu identisch schmecken. Das liegt vor allem auch daran, dass immer mehr Winzer ihre Ware verkaufen wollen und deshalb extrem auf die entsprechende Nachfrage achten. Das wiederum heißt, dass auch hier die Allgemeinheit den Absatz und damit den Geschmack bestimmt. Da fragt man sich, warum man überhaupt einen Wein aus Kalifornien, Südafrika, Chile oder Australien kaufen soll, zumal hier die Umweltbelastung durch den Transport noch  strafverschärfend hinzu kommt. Tatsächlich bieten die außereuropäischen Import-Weine nicht unbedingt eine geschmackliche Bereicherung.

Mit der Globalisierung haben viele Weine oft ihre für die Regionen typischen Geschmacksblüten verloren, da das Streben nach einem internationalen Stil immer größere Blüten treibt. D.h., dass der mehr und mehr einheitliche Weinstil viele regionale Eigenheiten ausgemerzt hat. Zum Glück gibt es aber überall auf der Welt auch Winzer, die auf alte (meist weniger ertragreiche) Traubensorten und deren eigenen Geschmack setzen und damit eine groß gewordene Lücke wieder versuchen, zu schließen. Die Geschmacks- und Artenvielfalt sei gepriesen!

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