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| 09.10 Uhr

Mönchengladbach
Fotografin begeistert sich für Fantasy

Mönchengladbach: Fotografin begeistert sich für Fantasy
FOTO: Sandra Reitenbach
Die passionierte Reiterin Sandra Reitenbach setzt Pferde von ihrer schönsten Seite in Szene. Von Ilka Platzek

Sandra Reitenbachs Fotos sind bis ins letzte Detail inszeniert: Von ihr abgelichtete Pferde stehen im Sonnenaufgang, schimmern in Regenbogenfarben oder tragen Reiterinnen, die aufwendige Fantasy-Gewänder tragen - und mitunter ist auch ein zahmer Fuchs oder eine Eule mit auf dem Bild. Alle Reiterinnen sind perfekt geschminkt: "Ich arbeite mit einer Visagistin zusammen und habe einen ganzen Fundus von Kleidern, die ich meinen Kunden auf Wunsch zur Verfügung stelle", erklärt Sandra Reitenbach.

Die 46-jährige Mönchengladbacherin ist gelernte Schriftsetzerin und hat später eine Fortbildung zum Desktop-Publishing gemacht. "Ich fotografiere aber schon immer", sagt Sandra Reitenbach. Sie sei Autodidaktin, Kurse in "Bildbearbeitung und Comparing" hätten ihr das noch fehlende Handwerkszeug geliefert. 2013 meldete Sandra Reitenbach ihr Gewerbe als Fotografin an: "Mein Schwerpunkt ist die Pferdefotografie, denn ich bin sehr tierlieb und reite schon von Kindesbeinen an. Mein Vater war Leiter der Polizei-Reiterstaffel in Mönchengladbach." Klar, dass sie selbst "mit fünf oder sechs Jahren bereits auf Großpferden" gesessen hat. "Später hatte ich Reitbeteiligungen und mit Ende 20 das erste eigene Pferd." Samartist, ihr aktuelles Pferd, ist ein neunjähriger Oldenburger, den sie sich mit ihrem Mann teilt. Der Fuchswallach muss auch schon mal als Fotomodell herhalten. Etwa, wenn eine ihrer Kolleginnen Bodypainting am Pferd ausprobiert.

FOTO: privat

Tiere zu fotografieren, ist nicht einfach. Das weiß jeder, der es selbst schon mal versucht hat: Pferde gähnen zur Unzeit, lassen die Ohren oder die Unterlippe hängen oder schließen gelangweilt die Augen. Sandra Reitenbach lacht: "Ich liebe diese Fotos von gähnenden Pferden. Wenn ich sie fotografieren will, habe ich aber ein paar Tricks auf Lager, etwa eine App mit Pferdewiehern. Im Übrigen ist viel Ruhe und Geduld gefragt. Man darf nicht zu viel erwarten."

Manchmal kommen Frauen zu ihr und sagen, "ich möchte mal jemand ganz anderes sein, vielleicht eine Amazone." "Das kommt dem Kind in mir sehr entgegen - meiner Begeisterung für Fantasy."

FOTO: Sandra Reitenbach

Dann führt Sandra Reitenbach ein längeres Vorgespräch, um zu ergründen, was sich die Kundin vorstellt, packt einige Kostüme ein, fährt zum Stall, wo das Pferd steht, vielleicht noch mit beiden weiter zu einem befreundeten Falkner, der einen zahmen Uhu besitzt, und dann wird fotografiert: "Oft sind die Pferdebesitzer aufgeregt, und deren Pferde merken das. Ich mache dann Spaß und versuche, sie zu beruhigen." Zweimal ist es vorgekommen, dass Reiterinnen in raschelnden Tüllkleidern beim Shooting vom Pferd gefallen sind. "Das sollten bewegte Bilder werden, und die Pferde haben plötzlich gebockt. Zum Glück ist bisher nichts passiert."

Die eigentlichen Fototermine findet die Fotografin gar nicht so aufwendig: "Mir macht die Bildbearbeitung Spaß. Ich probiere hinterher noch ganz viel am Computer." Dann wird zum Beispiel ein Sonnenuntergang hinzugefügt oder ein Horn fürs "Einhorn", und manchmal entsteht aus mehreren Fotos ein ganz neues.

Sandra Reitenbach ist meist in der näheren Umgebung unterwegs, fotografiert Leute und deren Tiere. "Ich finde alle Tiere toll." Manchmal fährt sie zu einem Stall und macht dort "Sammel-Shootings" - dann werden all die Pferde abgelichtet, deren Besitzer sich ein Porträt von ihrem Tier wünschen. "Ich bin so ausgebucht, mehr schaffe ich gar nicht." Im Frühjahr hat sie allerdings eine Ausnahme gemacht: "Ich war mit meinem Mann zwei Wochen in Indien, in Rajasthan. Dort habe ich zum ersten Mal Marwaris gesehen. Diese Pferde gibt es nur in Indien. Ich hatte den Auftrag, sie für einen Kunden zu porträtieren."

Sandra Reitenbach schwärmt für diese Pferde mit den Sichelohren, die sie mit prächtigem Zaumzeug vor Palästen abgelichtet hat. Durch ein Bild läuft sogar ein Affe - nachträglich eingefügt oder tatsächlich? "Der Affe war da, aber trotzdem hat das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop etwas geschummelt."

Quelle: RP
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