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| 10.41 Uhr

Hund allein zu Haus
Keine Panik ohne Rudelführer

Hund allein zu Haus: Keine Panik ohne Rudelführer
Jeder Hund kann lernen, alleine zu bleiben. FOTO: M. Wüstenhagen/tmn
Zerstörte Sachen, Jaulen oder die Pinkelpfütze im Flur: Hunde machen meist sehr deutlich, wenn ihnen das Alleinsein stinkt. Von Nadine Carstens

Können Hunde nicht alleine zu Hause bleiben, finden Besitzer ihre Wohnung oft verwüstet vor. Oder die Nachbarn beschweren sich über anhaltendes Jaulen und Bellen. Nicht nur Welpen müssen daran gewöhnt werden, zeitweise von ihren Besitzern getrennt zu sein. Auch Hunde, die nie gelernt haben alleine zu bleiben oder schlechte Erfahrungen damit verbinden, leiden unter Trennungsangst. Doch mit einfachen Schritten und genügend Ausdauer kann jeder Hund lernen, ein paar Stunden ohne Herrchen und Frauchen auszukommen. "Trennungsangst ist ein Verhaltensproblem, das vor allem bei Hunden auftritt, die keine korrekte Ablösungsphase durchlebt haben", erzählt Sonja Schmitt. Sie ist Tierärztin und Mitglied im Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltenstherapeuten (BHV). Oft münde diese Angst in Zerstörungswut.

Am besten gewöhnen Halter ihren Vierbeiner in ganz kleinen Schritten an das Alleinbleiben. "Der Besitzer verlässt dann zunächst für wenige Minuten oder sogar nur Sekunden den Raum", erklärt Celina del Amo, Tierärztin und Verhaltenstherapeutin aus Düsseldorf. Der Zeitraum könne allmählich gesteigert werden. Damit den Tieren das Alleinbleiben leichter fällt, sollten sie zur Ablenkung körperlich und geistig beschäftigt werden - denn auch aus Langeweile neigen manche Hunde dazu, Gegenstände zu zerstören.

Eine Möglichkeit sei, ihnen etwas zum Kauen zu geben. Wenn die Halter ihren Tieren vor dem Verlassen des Hauses einen Kauknochen oder ein mit Futter gefülltes Intelligenzspielzeug geben, sind sie für 15 bis 30 Minuten abgelenkt. Gelangen die Hunde dann an das Futter, ist das zugleich ein Erfolgserlebnis, das sie selbstsicherer macht.

Schmitt rät Haltern zudem, Rituale vor dem Verlassen des Hauses zu ändern, damit sich der Hund nicht auf eine bestimmte Reihenfolge einstellt: "Der Besitzer kann etwa zuerst die Schuhe anziehen und anschließend noch mal ins Badezimmer gehen." Geht der Halter dann ohne sein Tier aus dem Haus, verbindet der Hund solche Rituale nicht mehr mit dem Alleinbleiben. Auch Verabschiedungen und Begrüßungen sollten Schmitt zufolge nicht zu überschwänglich, sondern eher ruhig ablaufen.

Quelle: RP
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