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| 15.28 Uhr

Rechtsprechung
Hund bei Hitze im Auto - Passanten dürfen Scheibe einschlagen

Rechtsprechung: Hund bei Hitze im Auto - Passanten dürfen Scheibe einschlagen
So soll es nicht sein, wie der Tierschutzbund mit diesem Foto demonstriert. Auch in wenigen Minuten kann es in Autos im Sommer 70 Grad heiß werden. FOTO: Tierschutzbund
Hamburg/Berlin. An heißen Tagen kann es für Hunde lebensgefährlich werden, wenn sie im Auto zurückgelassen werden. Doch dürfen Passanten einfach die Scheibe einschlagen, wenn sie einem Tier helfen wollen?

Nur, wenn ein sogenannter entschuldigender Notstand vorliegt, erklärt Rechtsanwältin Daniela Mielchen aus Hamburg. Das sei dann der Fall, "wenn es dem Hund erkennbar so schlecht geht, dass das Warten auf den Besitzer oder die Polizei eine unmittelbare Gefahr für das Leben des Hundes bedeuten könnte." Laut Bundestierärztekammer sind eindeutige Anzeichen eines Hitzschlags beim Hund starkes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Apathie, Taumeln oder Krämpfe.

Wenn Passanten helfen, sollten sie den Schaden Fahrzeug so gering wie möglich halten. Es empfiehlt sich in jedem Fall die Situation durch Fotos oder Videos zu dokumentieren, rät Mielchen. Außerdem sollte man Zeugen ansprechen, die die Situation bestätigen können.

Denn sollte sich später herausstellen, dass man sie völlig falsch eingeschätzt hat, müsse man mit einer Anzeige wegen Sachbeschädigung rechnen, erklärt die Rechtsanwältin. Dann könne laut Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe drohen. Zusätzlich könnte der Fahrzeughalter gegen den Passanten Schadenersatzansprüche geltend machen.

Natürlich sollten Halter ihren Hund an warmen und heißen Tagen erst gar nicht im Wagen zurücklassen. Denn laut Bundestierärztekammer kann das innerhalb kürzester Zeit tödlich enden.

(felt/dpa)
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