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Tipps für Hundebesitzer
Hundeleinen: Welche ist die Richtige?

Die Auswahl an Leinen ist vielfältig. Aber nicht jede eignet sich für jeden Hund und Zweck. Von Ilka Platzek

Das Angebot an Hundeleinen ist immens. Und: Der durchschnittliche Hundebesitzer hat mehr als eine. Oft ist es sogar eine ganze Kollektion, denn nicht jede Leine ist für jeden Zweck geeignet. Udo Kopernik ist der Pressesprecher des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH). Natürlich hält er Hunde - Pyrenäen-Hütehunde - genauer gesagt: "Drei Mädels, Großmutter, Mutter und Tochter", mit denen er auch züchtet. Und er besitzt eine ganze Kollektion von Leinen. "Wenn ich zu einer Messe oder Hundeausstellung fahre, sagt meine Frau immer, 'bring' das und das mit, aber keine Leine'", sagt Kopernik. Und erklärt, was für Leinen es gibt.

Da ist zunächst einmal die Führleine. "Das ist die normale Leine, die es in unterschiedlichen Längen und Ausführungen gibt." Es gibt verstellbare und nicht verstellbare Führleinen. "Die benutzt man im Alltag, etwa zum Gassigehen", sagt Kopernik. Verstellbare Modelle ermöglichen, eine große Schlaufe zu bilden, die man sich um die Schulter oder an den Bauchgurt binden kann, um die Hände frei zu haben: "ideal zum Joggen".

Dann gibt es noch den Kurzführer. "Er hat etwa Armeslänge und ist für kurze Wege mit großen Hunden gedacht", sagt Kopernik. Er eigne sich nur für ausgebildete Hunde, die zum Beispiel in einer Fußgängerzone dicht am Halter bleiben sollen. Weit verbreitet sind die Flexileinen. Sie haben einen Wickelmechanismus, der es den Hunden erlaubt, sich ziemlich weit zu entfernen, ohne weglaufen zu können. Sie können per Knopfdruck eingeholt werden. Der VDH-Sprecher hält nicht so viel von ihnen: "Das ist Gift für die Hundeerziehung und kann für den Hundeführer schnell zum Stolperdraht werden." Außerdem habe der Hund permanent Zug auf der Leine, gegen den er sich dann stemme. "Aber Windhunde oder Beagle können an einer Flexileine ihrer Jagdleidenschaft nachgehen und zum Beispiel Fährten am Wegesrand verfolgen, ohne dass die Besitzer der Tiere die Anleinpflicht verletzen." Schleppleinen oder Suchleinen sind fünf bis zehn Meter lang und werden dazu genutzt, "den jungen Hund zu erziehen oder zur Personensuche mit jungen und erwachsenen Hunde." Die Hunde schleppen die Leine hinter sich her.

Eine Besonderheit sind Retrieverleinen, also Führleine und Halsband in einem. Die Schlaufe für den Hals wird über den Kopf des Hundes gestreift. Damit sich der Hund nicht selbst würgt, hat die Schlaufe bei vielen, aber nicht allen Modellen eine einstellbare Zugbegrenzung: "Retrieverleinen werden von Jägern genutzt, die bei Bedarf den Jagdhund schnell von der Leine lassen wollen", sagt Kopernik.

Ähnlich wie Retrieverleinen funktionieren Befreiungsleinen. Auch sie sind aus einem Stück und bei Jägern beliebt: "Mit einer Art Panikhaken kann die Befreiungsleine auch unter Zug gelöst werden." So läuft der Hund nicht Gefahr, irgendwo im Unterholz hängenzubleiben. Schließlich gibt es noch Vorführleinen: "Man verwendet sie auf Ausstellungen. Das sind leichte, dünne Leinen aus Leder oder Stoff, die farblich zum Hund passen oder einen gewollten Kontrast zu ihm bilden."

Leinen gibt es in vielen Materialien. Die wichtigsten sind Kunststoff, Baumwolle und Leder. Wer sich für was entscheidet, ist zunächst einmal Geschmackssache. Der erfahrene Hundebesitzer Kopernik gibt ein paar Tipps: "Für Welpen nimmt man etwas Leichtes aus Kunststoff, etwa Nylon, denn sie bemaulen die Leine." Soll heißen: Die erste Leine wird oft vom jungen Hund durchgebissen.

Für alle Rassen gibt es modische Farben, passend zum Hund oder zum Besitzer, mit Strasssteinchen als Deko und vieles mehr. Teurer sind die Lederleinen. "Das Leder ist vom Rind, Elch oder sogar Büffel", sagt Kopernik.

Hundebesitzer haben ihre Leinen, solange sie nicht reißen, übrigens ewig: "Ich habe sogar noch eine alte Leine, die meinem Großvater gehört hat." Nicht wenige Hundebesitzer heben die Leinen ihrer toten Tiere als Erinnerungsstücke auf. Und welche Leine würden Hunde kaufen? Die Antwort Koperniks ist eindeutig: "Hunde bevorzugen es, ohne Leine zu laufen."

Quelle: RP
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