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Ihre Fragen rund um den Hund

Beim Expertentelefon beantwortet der Düsseldorfer Hundetrainer Thorsten Schedwill Leserfragen. Von Deniz Karius

Wer einen Hund halten will, sollte sich vorab eine Menge Gedanken machen: Die Verantwortung ist groß, denn Hunde werden durchschnittlich zwischen sieben und 14 Jahre alt. Umso wichtiger ist es, dass die Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben stimmen. Doch auch, wer schon einen Hund hat, stellt sich oftmals Fragen: Füttere ich das Richtige? Warum verhält sich der Vierbeiner plötzlich anders als gewohnt, bellt andere Hunde an oder jagt Radfahrer? Deshalb lädt unsere Zeitung Sie für Samstag, 8, Oktober, ein, bei unserem Expertentelefon rund um den Hund anzurufen. Der Düsseldorfer Hundetrainer und -ausbilder Thorsten Schedwill gibt dann von 12 bis 14 Uhr unter der Telefonnummer 0211 505-2270 Tipps zu Anschaffung, Haltung und Erziehung.

"Die Auswahl der Rasse sollte sich zum einen am Lebensumfeld des Halters, zum anderen an seinen Bedürfnissen orientieren", sagt Thorsten Schedwill, Inhaber der Düsseldorfer Hundeschule "Richtig verknüpft". "Wer nicht sonderlich sportlich ist und in der Stadt wohnt, sollte keinen Australian Shepherd oder Border Collie wählen. Denn diese Hunde sind sehr agil." Ungeeignet für sehr aktive Menschen seien Bernhardiner oder Doggen, da man mit ihnen erst spät anfangen könne, Sport zu machen. Für Vielflieger empfiehlt Schedwill kleine Rassen bis acht Kilo Gewicht, die als "Handgepäck" mitreisen dürfen. Und wer auf dem Land wohnt, hat womöglich nichts dagegen, dass sein Hund anschlägt, wenn sich ein Fremder nähert. Wer Kinder hat, sollte lieber eine Rasse wählen, deren Reizschwelle hoch ist, wie beim Golden Retriever. "Die Optik ist bei der Wahl des Hundes grundsätzlich nachrangig", erklärt Schedwill.

"Dann steht auch noch die Frage an, ob ich ein Tier aus dem Tierschutz oder vom Züchter zu mir nehmen möchte", sagt Thorsten Schedwill. So können Hunde aus dem Tierschutz einen starken Jagdtrieb haben, eventuell nicht stubenrein sein oder Angst vor dem Alleinbleiben haben. Und beim Züchter sollte man darauf achten, dass auch das Muttertier gesund aussieht und den Welpen bereits früh Spiel- und Lernangebote gemacht werden.

"Bevor man allerdings ein Tier aus dem Ausland holt, sollte man bei einem Veterinäramt nachfragen, welche Vereine seriös vermitteln", betont Schedwill.

Hat sich das Tier erst einmal eingewöhnt, kann es unliebsame Eigenschaften an den Tag legen. "Aber", beruhigt Schedwill, "gegen das meiste unerwünschte Verhalten lässt sich etwas tun." Schlägt der Hund aus Stress an, wenn es klingelt, kann man ihn dagegen desensibilisieren. "Der Halter kann die Situation stellen, indem er jemanden gezielt klingeln lässt. Wenn der Hund dann nicht bellt, sondern zum Halter kommt, ihn also abfragt, gibt es eine Belohnung. So lernt das Tier, dass es ihm etwas Positives bringt, in einem solchen Moment nicht zu bellen."

Außerdem brauchen auch Hunde, selbst wenn sie brav sind, sinnvolle Beschäftigungen. "So sollte man nicht einfach nur jeden Tag mit dem Hund die gleichen Runde gehen, sondern mit ihm auch mal unbekannte Orte aufsuchen. Auch ein Spaziergang kann für Kopfarbeit genutzt werden. "Einfach mal Gehorsam abfragen: Den Hund ,Sitz' oder ,Platz' machen lassen", schlägt Schedwill vor. Hundesport wie Agility fordert den Hund, ebenso wie Nasenarbeit oder Apportieren. "Hunde kann und sollte man in jedem Alter sinnvoll beschäftigen - als Welpe genauso wie als Senior", sagt Schedwill. "Denn wenn ein Hund kopfmäßig unausgelastet ist, kann es sein, dass er aus Langeweile zum Beispiel Möbel durch Zerbeißen kaputt macht."

Auch das Thema Futter ist elementar. "Man sollte einen Hund immer seiner täglichen Aktivität entsprechend ernähren. Wenn er morgens mit zum Joggen oder am Abend mit zum Radfahren genommen wird, muss man ihn natürlich anders ernähren als einen Hund, der aktiv ist, damit sein Bedarf richtig abgedeckt wird.

Quelle: RP
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