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Mini-Pigs: kleine Schweine ganz groß

Mini-Pigs: Kleine Schweine ganz groß
Minipigs FOTO: dpa, Jochen Lübke
Das Mini-Schwein erobert die deutschen Wohnzimmer. Doch es gibt Einiges, das bei der Haltung der grunzenden Tiere beachtet werden muss.

Immer mehr Menschen verlieben sich Hals über Kopf in die Borstentiere, was beim Anblick der kleinwüchsigen Schweinchen auch nur zu verständlich ist. Als Ferkel sind sie in den ersten drei Monaten gerade einmal so groß wie eine junge Katze. Doch wer glaubt, das Schwein bleibe so klein und könne somit wie ein Schoßtier gehalten werden, irrt sich. Mini-Pigs sind erst mit vier Jahren richtig ausgewachsen, doch dann können sie es auf eine Größe von bis zu 50 cm und ein Gewicht von bis zu 60 kg bringen. Die Tiere werden im Durchschnitt um die 15 Jahre alt.

Kein reines Wohnungstier

Eine reine Wohnungshaltung ist daher nicht sinnvoll und auch nicht artgerecht. Ideal ist es, wenn dem Tier eine Auslaufmöglichkeit wie ein Garten zur Verfügung steht und es auch mal mit dem Besitzer zusammen Gassi gehen darf. Dabei muss man bedenken, dass Schweine von Natur aus gerne graben und alles umbuddeln, was ihnen unter Hufe und Schnauze kommt. Das liebevoll gepflegte Blumenbeet sollte man also sorgfältig einzäunen, wenn man nicht will, dass es dem Buddler zum Opfer fällt. Mini-Pigs in einer Stadtwohnung ohne Auslauf zu halten, sollte in jedem Fall tabu sein.

Mini-Pigs sind zeitaufwendig

Entscheidet man sich dann dazu, mit einem kleinen Schweinchen für Familienzuwachs zu sorgen, müssen weitere Punkte beachtet werden. Beispielsweise fällt das Pig vom Gesetz her unter die Nutztiere, ganz so wie seine großen Artgenossen. Und das heißt, dass auch für die kleinen Vertreter der Zunft die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden müssen.

Auch sollte man sich vor der Anschaffung Gedanken darüber machen, wieviel Zeit man für das Tier hat. Schweine sind sehr menschenbezogen und ähneln in ihrem Verhalten Hunden. Zudem gelten sie als sehr intelligent und wollen mehrere Stunden am Tag beschäftigt werden, um nicht zu "verblöden". Ist man berufstätig, empfiehlt es sich, zwei Mini-Pigs zu halten, die für gegenseitige Abwechslung sorgen.

Richtig füttern

Und obwohl es immer wieder heißt, Schweine seien Allesfresser, muss auf die Nahrung geachtet werden. Aufgrund von Seuchengefahr wie z.B. der Schweinepest ist es verboten, Essensreste oder Fleisch an das Tier zu verfüttern. Ebenso ist Hunde- oder Katzenfutter nicht geeignet, sondern sogar eher schädlich für das Schweinchen. Ab und zu mal ein wenig Obst, Quark, ein Stück trockenes Brot und zur Grundnahrung Pferdepellets sind eine gute Futterzusammensetzung und sorgen in Verbindung mit ausreichend Bewegung dafür, dass der Vierbeiner nicht zu dick wird.

Von Natur aus stubenrein

Mini-Pigs sind sehr saubere Tiere, sodass sie innerhalb der Wohnung ohne Probleme eine Katzentoilette benutzen können. Im Garten werden sie sich eine bestimmt Stelle suchen, um ihr Geschäft zu verrichten, welche dann regelmäßig gesäubert werden muss, damit das Schwein sie immer wieder benutzen kann.

Clevere Schweinchen

Da die Tiere, ähnlich wie Hunde, sehr auf den Menschen fixiert sind, findet man in ihnen einen treuen Begleiter, der aber auch viel Aufmerksamkeit benötigt. Mit der nötigen Energie und Geduld ist es dann auch möglich, dem Pig einige Tricks und Kommandos beizubringen. Die üblichen sind – wie beim Hund - "Sitz", "Platz" und "Aus", welche sehr schnell beherrscht werden. Um ein wenig anspruchsvollere Dinge zu erlernen, wie auf Zuruf zu kommen oder einen Teppich auszurollen, sind ein Clicker und ganz viele Leckerlis die richtigen Helfer. Die natürliche Neugier eines Schweins kommt dem Training dann noch zu Gute.

(RPO)
 
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