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| 09.12 Uhr

Gut zu wissen
Mit Bello & Co sicher in den Urlaub

Wer mit seinem felligen Liebling wegfahren will, sollte dafür sorgen, dass Tier und Mensch wohlbehalten ankommen. Von Dagmar Fischbach

Es ist die schönste Zeit des Jahres: Urlaub - und für die meisten Tierhalter ist klar, dass sie den nicht ohne ihre Vierbeiner verbringen möchten. Doch nicht für alle Tiere sind Ferienreisen ein Genuss. "Während Hunde als Rudeltiere sich in Gesellschaft ihrer Menschen am wohlsten fühlen und sie gern begleiten, sind Katzen sehr revierbezogen und fühlen sich an neuen Orten oft unwohl. Auch für Pferde bedeutet ein Stallwechsel meist Stress" erklärt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund (DTB). Wer sich aber für einen Urlaub mit Vierbeiner entscheidet, sollte darauf achten, ihm schon die Anreise möglichst angenehm zu gestalten. "Generell sind Autofahrten für Tiere besser als Flugreisen", stellt Schmitz fest.

Dabei sollten die tierischen Begleiter sicher und komfortabel untergebracht werden. "Sie sollten nicht frei im Auto mitfahren. Das ist gefährlich für Mensch und Tier. Am besten sind sie in Transportboxen aufgehoben", sagt die Expertin. Die Box muss dem Tier ausreichend Platz bieten, um bequem liegen, sich drehen und stehen zu können. "Damit es sich wohl und sicher fühlt, ist es gut, das Lieblingsspielzeug und eine Decke mit in die Transportkiste zu geben", erklärt sie.

Für große Hunde empfehlen sich im Auto Absperrgitter, die zwischen Ladefläche und Sitzen angebracht werden können. "Eine Box würde den Tieren keinen ausreichenden Platz bieten", sagt Schmitz.

Für kleine Rassen gibt es spezielle Sicherheitsgurte. Sie werden am Geschirr befestigt und sichern den Hund auf dem Rücksitz. Hundegurte dürfen keinesfalls am Halsband festgemacht werden. Das Tier würde bei Bremsmanövern stranguliert werden.

Auch Katzen reisen im Auto am sichersten in einer robusten Transportbox, die mit einem Handtuch oder einer Decke gepolstert ist. Niemals sollten Katzen im Fahrzeug freigelassen werden. Nicht nur, dass sie den Fahrer stören, sie können sich durch ein geöffnetes Fenster zwängen und ausbüxen. Ihre Box sollte auf einer möglichst ebenen Fläche stehen und nicht herumwackeln. "Und weder Hund noch Katze sollten die Transportbox am Tag der Abreise zum ersten Mal sehen. Ideal ist es, die Box schon Zuhause aufzustellen, damit sie sich hineinlegen und damit vertraut machen können", rät die Tierschützerin.

Die Autofahrt sollte nicht zu lange dauern und in Etappen unterteilt werden. "Regelmäßige Pausen einzuplanen ist ganz wichtig. Spätestens alle zwei Stunden brauchen Tiere Wasser, der Hund muss ausgeführt werden", sagt Schmitz.

Flugreisen sind eine schnelle Reise-Alternative. "Aber für Tiere längst nicht stressfrei. Der Transport im Frachtraum ist für Hund und Katze belastend", sagt die DTB-Expertin. Ob und wie das Tier einen Flug verkraftet, ist individuell und hängt von vielen Faktoren ab: Alter, körperliche Verfassung und Charakter, etwa. "Wenn es eine Flugreise sein muss, sprechen Tierhalter am besten schon vor der Planung mit dem Tierarzt darüber", rät Schmitz.

Außerdem sollten sich Herrchen oder Frauchen vor Flugbuchung bei der Airline unbedingt nach den Vorschriften für die Mitnahme ihres Lieblings erkundigen. "In der Regel dürfen Tiere bis fünf Kilo Gewicht in einer Transportbox im Passagierraum mitfliegen. Alle anderen müssen im Frachtraum reisen", erklärt Lea Schmitz. Die Box muss robust und ausbruchssicher und ausreichend belüftet sein. Idealerweise hat er einen mindestens zwei Zentimeter breiten Rand, damit die Luftlöcher nicht abgedeckt sein können, wenn die Boxen nebeneinander gestapelt werden. Die Kiste sollte mit Adressaufklebern versehen sein und das Tier seine Identifikationsmarke tragen. "Am besten bucht man Direktflüge zum Urlaubsort. Zwischenstopps erhöhen die Belastung für das Tier noch."

Für Pferde scheiden Flugreisen praktisch aus. Es gibt zwar die Möglichkeit, die Tiere in speziellen Frachtflugzeugen transportieren zu lassen, aber die Kosten sind sehr hoch, und kein Tierfreund sollte sein Pferd unnötig einer solchen Strapaze aussetzen. "Für Pferde ist jeder Orts- oder Stallwechsel purer Stress", weiß Schmitz. Sie empfiehlt deshalb, das Tier lieber Daheim zu lassen und sich am Urlaubsort ein Pferd zu leihen. "Wer sein eigenes Tier mitnehmen will, sollte ein Ziel in der Nähe aussuchen, damit die Anreise nicht länger als maximal zwei Stunden dauert. Und das Pferd muss das Fahren im Hänger gewöhnt sein. Am besten trainiert man das zunächst auf kürzeren Strecken", sagt Lea Schmitz. Die Verladerampe sollte nicht steiler als 25 Grad sein und einen rutschfesten Belag haben. Frische Sägespäne oder Stroh auf dem Boden des Hängers machen die Fahrt angenehmer. "Und während der ganzen Reise muss ihm Heu zur Verfügung stehen", empfiehlt die Expertin. Natürlich muss auch ein Pferdeanhänger gut belüftet und groß genug sein, damit das Tier bequem darin stehen kann.

Quelle: RP
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