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Dressur- und Springreiter
Die Reitabzeichen – seit 2014 ist alles anders

Dressur- und Springreiter: Die Reitabzeichen – seit 2014 ist alles anders
Ein bestandenes Reitabzeichen macht stolz, auch diese jungen Reiter beim Reiterverein St. Georg Kevelaer. FOTO: ilpl
Viele Reiter kennen noch das Bronzene Reitabzeichen und das Kleine Hufeisen. Doch beide gibt es nicht mehr. 2014 hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung ihr Abzeichensystem komplett überarbeitet und durch ein zehnstufiges Modell ersetzt, das von 10 bis 1 nahtlos aufeinander aufbaut. Von Ilka Platzek

Reitabzeichen sollen Reiter motivieren, sich ständig im sportlichen und alltäglichen Umgang mit dem Partner Pferd weiterzubilden. Zur Vorbereitung auf alle Prüfungen wird ein entsprechender Lehrgang besucht. Wir stellen hier die zehn Reitabzeichen vor, die Dressur-, Springreiter und Vielseitigkeitsreiter ablegen können, es gibt sie aber auch in anderen Disziplinen.

Das Reitabzeichen 10

ist das einfachste Reitabzeichen. An der Longe oder am Führzügel werden Schritt und Trab geritten. Außerdem müssen sich die Absolventen in der Pferdepflege auskennen und beim Satteln und Trensen mithelfen. An der Prüfung zum Reitabzeichen 10 (und allen anderen) dürfen alle Reiter ohne Altersbeschränkung teilnehmen. Die Reitabzeichen 10 bis einschließlich 6 können in beliebiger Reihenfolge abgelegt und auch mehrfach wiederholt werden.

Allein zehn Reitabzeichen können Dressur- und Springreiter ablegen. FOTO: FN

Reitabzeichen 9

Prüflinge müssen ohne Longe oder Führzügel in allen drei Gangarten reiten. Zusätzlich sollten sie sich in der Pferdepflege auskennen, das Pferd richtig führen können und Kenntnisse auf dem Gebiet des Pferdeverhaltens haben.

Reitabzeichen 8

Hier kommt unter anderem das Reiten im leichten Sitz als neue Herausforderung hinzu. Neben der Bodenarbeit – zum Beispiel Führen – zeigen die Absolventen, dass sie sich mit Pferderassen, Farben, Abzeichen und dem Körperbau auskennen. Auch Sitzformen, Hufschlagfiguren und die Bahnordnung sind ein Thema.

Reitabzeichen 7

Hier kommt das Reiten über Bodenricks hinzu. In der Dressur wird eine Aufgabe mit dem Ausbilder erarbeitet. Die Absolventen sind in der Lage, in der Abteilung zu reiten, kennen die Hufschlagfiguren und die Gangarten.Die Prüflinge kennen die ethischen Grundsätze und sind sich ihrer besonderen Verantwortung gegenüber dem vierbeinigen Partner bewusst. Wie man Unfälle im Umgang mit dem Pferd vermeidet, ist auch bekannt.

Reitabzeichen 6

Es müssen erste niedrige Sprünge und in der Dressur eine Aufgabe angelehnt an die Klasse E absolviert werden. In den Stationsprüfungen muss gezeigt werden, wie gut man sich mit der Pferdehaltung, Fütterung und Pferdegesundheit auskennt.

Reitabzeichen 5

Der Reiter muss für das Abzeichen 5 eine Dressurreiterprüfung der Klasse E und eine Stilspringprüfung der Klasse E vorreiten. Hinzu kommen ein Prüfungsgespräch über die Ritte sowie Kenntnisse zum Einstieg in den Turniersport, zur Unfallverhütung und Bodenarbeit mit dem Pferd. Dieses und alle weiteren Abzeichen können aber auch disziplinspezifisch, also in Dressur oder Springen, abgelegt werden.

Reitabzeichen 4

Bewerber müssen eine Dressurreiterprüfung der Klasse A* ein A*-Stilspringen absolvieren. In einem Prüfungsgespräch gilt es, Kenntnisse der Reitlehre zu beweisen und das eigene Können einzuordnen. Außerdem zeigt der Absolvent, dass er sich mit der Fitness des Reiters und der Ausrüstung des Pferdes auskennt.

Reitabzeichen 3

Bewerber zeigen eine Dressurreiterprüfung der Klasse L auf Trense und ein A**-Stilspringen. Auch hier gibt es ein Prüfungsgespräch. Außerdem beweist der Prüfling, dass er sich mit dem Verhaltensund Ehrenkodex im Pferdesport und der Trainingslehre auskennt.

Reitabzeichen 2

Bewerber reiten eine Dressurreiterprüfung der Klasse L auf Kandare und ein L-Stilspringen. Auch hier sind Theoriekenntnisse erforderlich, zum Beispiel müssen die Absolventen eine Kandare anpassen können. Wichtig: Wer entsprechende Turnier-Erfolge vorzuweisen hat, kann dieses Abzeichen auch verliehen bekommen.

Reitabzeichen 1

Auch dieses Reitabzeichen kann verliehen werden – wenn es noch bessere Turniererfolge gibt. Bei dieser Prüfung werden eine Dressurreiterprüfung Klasse M auf Kandare und ein M*-Stilspringen geritten und Kenntnisse in der Reit- und Trainingslehre erwartet.

 

Info

Weitere ausführliche Infos gibt es auf der Seite des Dachverbands aller Reiter, der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), die auch die Lehrbücher für die Theorie anbietet:

www.pferd-aktuell.de/reitabzeichen

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