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Tierärztin warnt
So gefährlich kann Weihnachten für Tiere sein

So gefährlich kann Weihnachten für Hund, Katze und Nagetier sein
Schokolade und Lametta können für Tiere ganz schön gefährlich werden. FOTO: ik
Mönchengladbach. Wenn Welpen den Süßigkeitenteller plündern oder Katzen Lametta fressen, kann das schlimme Folgen haben. Darauf sollten Sie achten. Von Gabi Peters

Ein festlich geschmückter Baum, brennende Kerzen, glänzende Dekorationen, prall gefüllte Süßigkeitenteller. Die Vorbereitungen für den Heiligen Abend sind so gut wie abgeschlossen. Doch was Menschen in der Weihnachtszeit genießen, kann für Haustiere ganz schön gefährlich werden. Viele Tierarztpraxen bekommen das schon jetzt zu spüren.

Dr. Lisa-Marie Bildheim ist Tierärztin im Tiergesundheitszentrum an der Künkelstraße in Mönchengladbach. Auch dort sind zurzeit mehr tierische Patienten in Behandlung, die an den falschen Dingen knabberten. Bildheim gibt Tipps, worauf Tierhalter jetzt besonders achten sollten. Und sie erklärt, warum Schokolade, Christsterne und Lametta so gefährlich sind für Hunde, Katzen, Nager und Co.

Schokolade

Menschen mögen sie, manche Hunde haben sie auch zum Fressen gern. Doch Vorsicht! "Schokolade enthält Theobromin, und das kann für Hunde sogar tödlich sein", sagt Lisa-Marie Bildheim. Vor allem in dunkler Schokolade mit hohem Kakaoanteil sei viel Theobromin enthalten. "Milchschokolade enthält etwa ein bis zwei Milligramm Theobromin pro Tafel, dunkle fünf bis acht, je nach Kakaogehalt sogar manchmal bis zu 30 Milligramm", sagt die Tierärztin. Je nach Größe und Gewicht des Hundes könne es bei zu viel Verzehr zu Durchfall (ab 20 mg pro Kilogramm), Herz-Rhythmusstörungen (ab 40-50 mg), Krampfanfällen (über 60 mg) und im schlimmsten Fall sogar zum Tod des Tieres kommen (über 100 mg pro Kilogramm).

Pflanzen

Christsterne sind in der Weihnachtszeit sehr beliebt. Aber wer Tiere im Haus hat, sollte sie lieber so platzieren, dass sie von den Vierbeinern nicht erreicht und angeknabbert werden können. "Welpen und Katzen gehen gerne mal an Pflanzen. Aber Christsterne enthalten genauso Giftstoffe wie Mistelzweige, Stechpalmen, Kiefern und Farne", sagt die Tierexpertin. Auch Tannennadeln sollten nicht gefressen werden.

Lametta und Co

Katzen lieben Lametta. Das ist spannend, verführt zum Spielen und wird gerne auch einmal gefressen. "Sehr gefährlich", warnt Bildheim. Verschlucktes Lametta könne den Darm des Tieres regelrecht auffädeln. Auch Weihnachtskugeln aus Glas können für junge Tiere interessant sein. Wenn sie zerbrechen, besteht Verletzungsgefahr - also besser an den oberen Zweigen aufhängen. Bei Kabeln für die Festtagsbeleuchtung sollte aufgepasst werden. Sie werden gerne angekaut. Nagetiere sollte man besser nicht frei herumlaufen lassen in Zimmern mit Weihnachtsdekoration. Zudem können sich Tiere in Lichterketten verheddern.

Gänsebraten

Geflügelknochen sind für Tiere gefährlich. "Vögel müssen ein leichtes Skelett haben, deshalb brechen Geflügelknochen auch schneller, vor allem wenn der Braten weichgekocht ist", erklärt Lisa-Marie Bildheim. Spitze gebrochene Geflügelknochen bergen für Tiere, die sie mitfressen, ein hohes Verletzungspotenzial. Rohes Geflügel sollte man laut Tierexpertin schon wegen der Salmonellengefahr nicht füttern. Und: "Wer Gäste hat, sollte sie bitten, den Tieren nichts vom Tisch abzugeben", sagt die Tierärztin.

Was tun, wenn's doch passiert ist?

Hat das Tier kleine Mengen von dem gefressen, was es eigentlich nicht darf, so ist das in der Regel kein Problem. "Da die meisten Menschen aber nicht wissen, wie viel im Magen des Hundes gelandet ist, weil er das ganze Süßigkeitenkörbchen geplündert hat, sollte man sicherheitshalber zum Tierarzt gehen", sagt Lisa-Marie Bildheim. Dort würde das Tier zum Erbrechen gebracht. Selber sollte man das nicht versuchen. "Das ist bei einem Hund auch kaum möglich", meint die Tierärztin. Für den "Finger im Hals" sei die Tierschnauze oft zu lang. Und falls nicht - "dann sollte man gut auf seine Hand achten", sagt Lisa-Marie Bildheim. Auch Salzlösungen sollte man dem Tier nicht geben, das mache die Sache oft schlimmer. In Tierarztpraxen wird den Vierbeinern ein Medikament verabreicht, dass zum Erbrechen führt. Und noch eines rät Bildheim: "Wenn beim Tier etwas Falsches im Magen gelandet ist, sollten die Halter schnell reagieren. Nach anderthalb bis zwei Stunden landen Schoko und Co im Dünndarm, und dann ist es meist zu spät."

Quelle: RP
 
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