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Wann, was und wo
Vögel im Winter richtig füttern

Vögel im Winter richtig füttern: Fragen und Antworten
Vögel wie der Buntspecht fressen im Winter am besten aus einem Futterspender. Darin bleibt das Futter sauber. FOTO: dpa, kj
Berlin . Wenn die Temperaturen draußen sinken, stellen viele das Vogelhäuschen im Garten oder auf dem Balkon auf. Doch nicht jede Vogelart profitiert von der Fütterung. Wichtig sind unter anderem die richtige Körnersorte und der richtige Ort der Futterstelle.

Die Tage sind deutlich kürzer und kälter geworden. Viele Menschen füttern nun gerne die Vögel draußen. Die Tiere nehmen das Angebot oft an. Aber ist es überhaupt sinnvoll, Vögel im Winter zu füttern? Und falls ja: In welchem Zeitraum sollte man füttern, und mit welchem Futter erreicht man die meisten Arten?

Wer Vögel im Winter füttert, der möchte den Tieren etwas Gutes tun. Einen wesentlichen Beitrag zum Vogelschutz leistet man damit oft allerdings gar nicht. "Unsere Untersuchungen zeigen, dass von einer Fütterung die 15 Arten profitieren, die ohnehin am häufigsten vorkommen", sagt Marius Adrion, Vogelexperte beim Naturschutzbund Deutschland in Berlin. Dazu gehören vor allem Finken, Meisen, Rotkehlchen und Drosseln. Keine dieser Arten ist in ihrem Bestand gefährdet.

"Deshalb kann die Winterfütterung nur einen kleinen Beitrag zum Artenschutz leisten", sagt Adrion. Seltenere Arten erreicht man mit der Fütterung im Winter häufig gar nicht. "Wir empfehlen die Vogelfütterung aber trotzdem." Denn eine gut besuchte Futterstelle bietet die Chance, Natur vor der eigenen Haustür zu erleben. "Umweltbildungsmaßnahme" nennt der NABU das.

Kleiner Räuber: Ein Eichhörnchen sitzt in einem Vogelhäuschen und frisst Sonnenblumenkerne. FOTO: dpa, rwh fdt

Nach Erfahrung von Adrion nehmen die meisten Arten eine Futterstelle in der Zeit von November bis Ende Februar sehr gut an. Grundsätzlich ist auch eine ganzjährige Fütterung möglich, sagt Gaby Schulemann-Maier von der Wildvogelhilfe in Essen. Sie empfiehlt, bereits im Spätsommer mit der Fütterung zu beginnen, damit die Vögel später im Winter wissen, wo sie etwas zu fressen finden. Im Sommer sollte man dann aber den Anteil des Fettfutters deutlich reduzieren, rät sie.

Der Naturschutzbund empfiehlt Sonnenblumenkerne als ein Basisfutter, das fast alle Arten gerne fressen. Viele Futtermischungen enthalten außerdem verschiedene Samen, die für unterschiedliche Arten geeignet sind. Empfehlenswert ist außerdem, an Vögel zu denken, die weiches Futter fressen: Dazu gehören zum Beispiel Rotkehlchen und Amseln. Sie fressen Rosinen, Obst oder Haferflocken.

Meisen wiederum nehmen am liebsten ein Gemisch aus Fett und Samen an. Vorsicht ist bei fertigen Meisenknödeln im Netz geboten: Laut Adrion gab es mehrere Fälle, bei denen sich die Vögel darin verheddert haben. Deshalb sei es besser, eigene Futterspender zu verwenden und Meisenknödel ohne Plastiknetz anzubieten.

Gut geeignet sind Futterspender, damit die Tiere nicht durch das Futter laufen können und es mit ihrem Kot verschmutzen. Das Futter darin sollte auch bei Schnee und Regen trocken bleiben. Ein Futterspender hängt am besten an einer übersichtlichen Stelle, damit die Vögel Katzen und andere Feinde rechtzeitig entdecken und sich in Sicherheit bringen können. Zugleich sollte der Platz Schutz vor Greifvögeln wie Sperbern bieten.

Das Weichfutter sollte man vor allem am Boden verstreuen, da Amseln und Zaunkönige am liebsten vom Boden fressen. Um keine Ratten oder Marder anzulocken, streut man besser nur wenig Futter aus, rät Adrion.

Eichhörnchen fressen gerne Nüsse und Weintrauben. Am besten eignet sich für die Tiere ein erhöhter Futterplatz. FOTO: dpa, kj

Vorsicht ist außerdem bei Futterstellen in der Nähe von Fenstern geboten, da die Vögel schnell einmal gegen die Scheibe fliegen. Schulemann-Maier von der Wildvogelhilfe rät außerdem dazu, den Vögeln zusätzlich Wasser anzubieten. "Das ist etwas kniffelig, weil man auf eine gute Hygiene achten muss und das Wasser nicht zufrieren sollte."

Sie empfiehlt, eine Wasserschale auf vier Backsteine zu stellen und ein Grablicht darunter zu platzieren. "Man muss etwas mit der Höhe experimentieren - das Wasser sollte nicht kochen, sondern nur so warm sein, dass es nicht einfriert." Ideal ist, die Schale einmal am Tag zu reinigen, am besten mit Essigreiniger.

Igel sind in der Regel im Winterschlaf, Eichhörnchen fressen aber auch im Winter regelmäßig etwas. "Wir empfehlen sogar, Eichhörnchen das ganze Jahr über zu füttern", sagt Claudia Schäfer vom Eichhörnchen Notruf aus Kleinmachnow.

Im Herbst finden die Tiere oft noch genug zu fressen. "Kritisch wird es für Eichhörnchen aber oft von März bis Juli", sagt Schäfer. Dann haben sie Nachwuchs. Nüsse und Beeren sind aber noch nicht reif - und viele Menschen hören zu dieser Zeit auf, Vögel zu füttern. Daher ist das Nahrungsangebot sehr knapp.

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Eichhörnchen fressen laut Schäfer gerne Nüssen und Samen, darunter Wal- und Haselnüsse, Sonnenblumenkerne, aber auch Früchte wie Weintrauben. Der Futterplatz sollte etwas erhöht sein. Es gibt auch spezielle Futterspender für Eichhörnchen.

(csr/dpa)
 
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